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Kultur Silberschatz soll in Vorpommern bleiben
Nachrichten Kultur Silberschatz soll in Vorpommern bleiben
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18:01 08.05.2018
Der Ohrring aus Silberblechkapseln gehört zu dem Silberschatz, der auf Rügen gefunden wurde. Quelle: Stefan Sauer
Stralsund

Der mehr als 1000 Jahre alte Silberschatz von Schaprode soll nach der wissenschaftlichen Untersuchung und Konservierung im Kreis Vorpommern-Rügen, vorrangig auf der Insel Rügen, ausgestellt werden. Der Kreistag beauftragte am Montag Landrat Ralf Drescher (CDU), die dafür notwendigen Schritte beim Landesamt für Kultur und Denkmalpflege einzuleiten. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst, bei fünf Enthaltungen, wie Kreissprecherin Franzika Behm sagte.

Enge Verbindung zwischen Schätzen

Die CDU-Fraktion begründete den in der Sitzung leicht veränderten Antrag damit, dass Experten eine enge Verbindung des Schatzes zum Hiddenseer Goldschmuck und den Goldringen von Peenemünde sehen. Beide Fundorte liegen in Vorpommern. Das in Stralsund ausgestellte Schmuckensemble von Hiddensee soll zudem ebenso wie der Schatzfund von Schaprode im Zusammenhang mit dem legendären Dänenkönig Harald Blauzahn (910-987) stehen. Blauzahn – so berichten historische Quellen – soll im Jahr 986 nach einer verlorenen Schlacht gegen seinen Sohn Sven Gabelbart nach Pommern geflüchtet sein.

Kommt der Schatz in das geplante Archäologische Museum?

Das Kultusministerium hält sich mit einer Aussage zum künftigen Ausstellungsort zurück und verwies auf das geplante Archäologische Landesmuseum. Dort könnten archäologische Schätze an zentraler Stelle möglichst vielen Menschen – Einheimischen und Touristen – gezeigt werden, wie Sprecher Henning Lipski auf Anfrage sagte. „Bevor wir uns Gedanken über den künftigen Präsentationsort des Silberschatzes machen, warten wir die Ergebnisse der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Fundes ab.“ Das Archäologische Landesmuseum soll nach den Plänen der Landesregierung in Rostock entstehen. Genaue Finanzierung und Zeitplan sind derzeit aber noch offen.

Der aus etwa 600 Münzen und Münzfragmenten sowie verschiedenen Schmuckstücken bestehende Silberschatz von Schaprode war im April in einem Acker auf der Insel Rügen geborgen worden. Er gehört dem Land Mecklenburg-Vorpommern. Weil er von herausragendem wissenschaftlichem Wert ist, fällt er unter das sogenannte Schatzregal des Landes.

Schaproder Schatz gehört zu Hiddenseer Goldschmuck

Der CDU-Fraktionsvorsitzende und Landratskandidat Andreas Kuhn (CDU) sagte: „Nach der archäologischen Bewertung und geschichtlichen Einordnung darf so ein Fund der Region nicht in Archiven verstauben.“ So könnte der Schatz die Ausstellung im Stralsund-Museum komplettieren. Dem setzte Bergens Bürgermeisterin Anja Ratzke (parteilos) entgegen, dass „der Schatz auf der Insel Rügen gefunden“ wurde und deshalb „dort auch bleiben“ solle. Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) hatte sich vor rund zwei Wochen in einem Schreiben an Kultusministerin Birgit Hesse (SPD) gewandt und darin auch Unterstützung bei der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Fundes angeboten. „Der in Stralsund gezeigte Hiddeenseer Goldschmuck ist einer der weltweit wichtigsten Wikinger-Schätze“, sagte er. Von der Logik her gehöre der Schaproder Silberschatz zum Hiddenseer Goldschmuck (die OZ berichtete).Auch Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) plädierte für ein Museum in Vorpommern als künftigen Ausstellungsort. Mit dem Pommerschen Landesmuseum in Greifswald und dem Stralsund-Museum gebe es zwei Einrichtungen mit landesgeschichtlicher und regionaler Expertise. Unterstützung kam auch vom Direktor des Pommerschen Landesmuseums, Uwe Schröder.

Vorpommern ließ bereits drei Steinzeit-Einbäume verrotten

Vorpommern hat mit der Lagerung von bedeutenden archäologischen Funden in Schwerin bereits schlechte Erfahrungen gemacht. Im Jahr 2002 wurden in Stralsund bei Bauarbeiten drei Steinzeit-Einbäume entdeckt. Der Fund der etwa 7000 Jahre alten Boote an der südlichen Ostseeküste galt als archäologische Sensation. Sie verrotteten wegen unsachgemäßer Lagerung in einer Halle in Schwerin. Der Skandal wurde erst Jahre später bekannt.

Martina Rathke

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