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Kultur Sind Frauen was Wunderbares?
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00:00 23.11.2012
In einem Berliner Feinkostladen backt sich Johanna Wokalek ihre "Anleitung zum Unglücklichsein". Negativ ist Trumpf! Quelle: Studiocanal
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Als skeptischer Single war ihr immer schon vorher klar, dass weder das Kleine noch das Große im Leben ein glückliches Ende nehmen wird. Bis, ja bis sich Sherry Hormann ihrer annimmt. Das ist die Regisseurin, die Mitte der 90er-Jahre mit den Produktionen "Frauen sind was Wunderbares" und "Irren ist männlich" zwei Komödienerfolge hatte. Nun drehte sie die lose an Paul Watzlawicks unterhaltsamen Weltbestseller angelehnte "Anleitung zum Unglücklichsein" und taucht Tiffany mit der Nase ins Glück.

Mit Lebensweisheiten kennt sich Tiffany (Johanna Wokalek, "Die Päpstin") aus, sie ist Realist, kein Pessimist. Wie sehr sie Realist ist, zeigt sie, indem sie die "Hammer"-Episode aus Watzlawicks Buch durchspielt. Sie will sich von ihrem Nachbarn einen Hammer leihen, doch der guckte neulich so komisch. Schließlich überwindet sie sich, den womöglich unfreundlichen Knilch zu fragen. In seinem Stockwerk angekommen, schnauzt sie ihn, aufgehetzt von ihren negativen Gedanken, gleich mal an, dass er sein Werkzeug eigentlich behalten kann. Dem aus Österreich stammenden Psychoanalytiker flossen geniale Storys wie diese nur so aus der Feder. Doch Hormann bediente sich lieber beim Klischee aus der Komödienkiste.

Während die Regisseurin die Kühe durchs Dorf jagt, nicht nur im übertragenen Sinn, sondern auch in einer surrealen Szene, stolziert Tiffany schlafwandlerisch - mit starrem Blick und ohne Zwinkern - durch ihre Routine, zielsicher an allem Schönen vorbei. Sie trifft sich mit einem eitlen Polizisten (Benjamin Sadler), der offensichtlich nicht der Richtige ist. Dabei ist der Richtige ganz leicht zu erkennen: Ein netter Gast mit Ringelpulli (Itay Tiran), sanftem Blick, und seine beste Freundin ist eine Basset-Hündin, die auf dem Beifahrersitz seines Cabrios fahren darf. Und er ist Fotograf.

Es würde ja gar nichts bringen, wenn sie den hübschen Unbekannten ins Haus ließe, schließlich spukt da ihre triebhafte Mutter (Iris Berben) immer dann, wenn Tiffany wieder einmal versucht, Sex zu haben. Zeit hat sie dazu ja sowieso kaum: Punkt 3.30 Uhr steht sie täglich auf, fährt dann zum Großmarkt, wo auf menschenleerer Straße immer die Ampel auf Rot zeigt - wie in Tiffanys ganzem Leben.

Dann zieht ihr alter Klavierlehrer (Richy Müller) ins Haus gegenüber und mischt den Laden samt seinen weiblichen Angestellten auf. Auf wunderbarste Weise löst sich kurz darauf mit einem Fingerschnipp jegliche Elternproblematik für die neurotische Ladenbesitzerin. Johanna Wokalek wird in ihr Glück geprügelt, obwohl sie während der 87 zähen Minuten permanent neben sich herläuft. Sie wirkt abwesend und so gestelzt in dieser Rolle, dass man ihr kaum nahekommt. Auch erzählt der Film nichts richtig zu Ende und verschleudert sein grandioses Personal von David Kross bis Michael Gwisdek fast schon unverschämt. Reizende Momente fehlen, die Pointen hängen oft schief, und als hätte auch der polnische Kameramann Wojciech Szepel die Langeweile der Geschichte bemerkt, hält er sich immer öfter verzweifelt an Blechschmids Vogel fest, der in seinem Käfig aber auch nicht so recht Rat weiß. Hormann hat zwar nette Rollen verteilt, aber zu einem schlüssigen oder sympathischen Ganzen fügen sie sich nicht zusammen. Warum dann einer sterben muss, die Tomate zum Allheilmittel und der Bäcker zum Bauer wird, das weiß nur die Deutsch-Amerikanerin, die auch vor Tanzszenen und Musikeinlagen nicht zurückschreckte.

teleschau

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