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Kultur „Skandal im Sperrbezirk“
Nachrichten Kultur „Skandal im Sperrbezirk“
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00:00 29.08.2018

Berlin. Berlin soll im Herbst eine Stadt in der Stadt bekommen, abgeriegelt von einem Nachbau der Mauer. Viel wurde schon über das geheimnisumwitterte Film- und Kunstprojekt „Dau Freiheit“ diskutiert. Jetzt haben die Veranstalter Details verraten. So soll es für die Besucher täglich 1500 bis 3000 „Visa“ geben, die ab 15 Euro zu haben sind. Das Projekt kostet demnach 6,6 Millionen Euro.

Tom Tykwer berät

die Macher des Mauer-Projekts.

FOTO: PEDERSEN/DPA

Eine Genehmigung der Behörden gibt es noch nicht. „Wir sind da mittendrin“, sagte Veranstalter Thomas Oberender, Intendant der Berliner Festspiele. Trotz der Mauer soll es laut Oberender keine „Disney-DDR“ werden. Es geht den Machern um eine Reise in ein fremdes Land und das Gefühl des Freiheitsverlusts – nicht konkret um die DDR oder die Sowjetunion. Zentrum ist ein Filmprojekt des russischen Filmemachers Ilya Khrzhanovsky. Der 43-Jährige ging von 2009 bis 2011 in einer eigens nachgebauten Stadt in der Ukraine auf Zeitreise in die Sowjetunion von 1938 bis 1968. 400 Menschen lebten dafür in einer abgeschotteten Parallelwelt, ohne Drehbuch. Darunter waren Straßenreiniger, Kellner, Familien, Wissenschaftler, Schamanen und nur eine Schauspielerin. „Wir waren überall dabei“, erzählte der deutsche Kameramann Jürgen Jürges. Den Namen „Dau“ hat das Projekt von dem sowjetischen Atomphysiker Lew Landau (1908-1968), um dessen Institut es geht.

Das Ergebnis aus mehr als 700 Stunden Material sind 13 Filme, Serien und eine digitale Filmplattform. Mitgewirkt haben Musiker wie Brian Eno und Massive Attack. Für das Ganze ist nun keine klassische Filmpremiere geplant, sondern ein Großevent mit Kunst.

Der Regisseur Tom Tykwer berät das Projekt. Er sprach von dem „Mythos“, das es umgibt. Die Kuratorin des Schinkel Pavillons, Nina Pohl, freute sich angesichts der Debatte über den „Skandal im Sperrbezirk“. Sie fühlte sich an Kunst von Joseph Beuys und Christoph Schlingensief erinnert. Die Kunststadt soll das Gelände von der Bertelsmann-Repräsentanz bis zur Staatsoper umfassen.

In Berlin ist die Weltpremiere für den 12. Oktober geplant. Am 9. November, dem 29. Jahrestag des Mauerfalls, soll die Fake-Mauer wieder fallen. „Mauerspechte“ dürfen Andenken klopfen.

C. Bock

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