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Kultur Späte Karriere: Senioren prägen den Kunst-Diskurs
Nachrichten Kultur Späte Karriere: Senioren prägen den Kunst-Diskurs
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00:00 01.12.2017
„Quartet“ von Carmen Herrera in der Kunstsammlung in Düsseldorf

Mit 100 Jahren Karriere machen? In der Kunst kommt das neuerdings häufiger vor. Auf Kunstmarkt und Großausstellungen feiern Künstler im Seniorenalter derzeit international Erfolge.

Mit 100 Jahren Karriere machen? In der Kunst kommt das neuerdings häufiger vor. Auf Kunstmarkt und Großausstellungen feiern Künstler im Seniorenalter derzeit international Erfolge.

Carmen Herrera ist 102 – und die kubanisch-amerikanische Künstlerin startet jetzt richtig durch. Das Whitney Museum in New York widmete der hochbetagten Herrera, die zu den Pionieren des abstrakten Expressionismus in den USA zählte, unlängst eine Ausstellung. Ab Samstag ist die Schau auch in Düsseldorf in der Kunstsammlung NRW zu sehen – erweitert unter anderem durch eine abstrakte Grün-Blau-Komposition, die Herrera gerade erst fertiggestellt hat. Herrera dürfte eine der ältesten noch aktiven renommierten Künstler sein. Sie ist aber längst nicht die einzige Künstler-Seniorin auf Erfolgskurs.

Auf der documenta und der Biennale Venedig wurde die Rumänin Geta Bratescu gefeiert – sie ist 91. Der deutsche Konzeptkünstler Franz Erhard Walther ist dagegen mit 78 Jahren noch geradezu jung. Auf der Biennale wurde er mit dem Goldenen Löwen als bester Künstler ausgezeichnet – für seine „radikalen“ Arbeiten.

Und in Siegen ist derzeit die erste Retrospektive der Fluxus- und Performance-Künstlerin Takako Saito zu sehen. Sie ist 88 und hat im Museum für Gegenwartskunst zwölf Räume mit mehr als 200 Arbeiten selber eingerichtet.

Senioren prägen den aktuellen künstlerischen Diskurs entscheidend mit. Bei Herrera und Bratescu kommt hinzu, dass sie als Frauen Jahrzehnte von Kunstgeschichte und Markt ignoriert wurden. Herrera verkaufte ihr erstes Bild mit 89 Jahren. Dabei war sie mit ihren abstrakt-geometrischen Kompositionen in knalligen Farben nicht weniger avantgardistisch als ihre Kollegen Josef Albers oder Piet Mondrian.

Warum aber haben gerade alte Künstler derzeit so großen Erfolg? „Die alten Künstler stellen auch aus heutiger Sicht Fragen, die wieder aktuell sind“, sagt Katia Baudin, Direktorin der Krefelder Kunstmuseen. „Ein Künstler zu sein, ist ja auch kein Nine-to-five-Job, bei dem man mit 65 in Rente geht. Das ist ja ein Leben.“

D. Hã¼lsmeier

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