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Spannung für Toni, Hala und Hauschka

Deutsche Oscar-Chancen Spannung für Toni, Hala und Hauschka

Grund zum Feiern gibt es schon vor der Oscar-Nacht. Es ist ein starker deutscher Run auf Hollywoods höchsten Filmpreis. Auch eine syrische Flüchtlingsfrau ist dabei.

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Vater und Tochter in „Toni Erdmann“: Sandra Hüller und Peter Simonischek.

Quelle: Barbara Munker

Los Angeles. Endspurt für Maren Ade: Nicht mal für die eigene Party im sonnigen Garten der Villa Aurora - mit Blick auf den Pazifik - ist Zeit.

Einen Tag vor der Oscar-Verleihung muss Ade am Samstag (Ortszeit) schnell an den Strand in Santa Monica, dort werden in einem Festzelt die Independent Spirit Awards verliehen. „Toni Erdmann“ bringt der 40-jährigen Regisseurin eine weitere Trophäe ein.

Zuvor ist sie Ehrengast in dem edlen Samuel Goldwyn Theater der Oscar-Akademie. Hier stellen die für den Auslands-Oscar nominierten Regisseure ihre Filme vor. Großer Applaus auch für „Toni Erdmann“. Ihr eigener Vater, der gerne mal mit falschen Zähnen rumalberte, hätte sie zu der schrägen Toni-Figur inspiriert, verrät sie den geladenen Gästen.

Es geht auch um Politik. Ade und ihre Kollegen haben ein Statement veröffentlicht, in dem sie „das Klima von Fanatismus und Nationalismus“ in den USA und anderen Ländern verurteilen. Soll man auf der Oscar-Bühne protestieren? „Ich finde es schon gut, wenn man die Redezeit nutzt“, sagt Ade der Deutschen Presse-Agentur. Meryl Streep habe das bei den Golden Globes großartig gemacht. Und sie selbst? „Ich habe keine flammende Dankesrede vorbereitet“, räumt Ade 24 Stunden vor der Oscar-Verleihung ein.

Auch beim traditionellen Empfang für die deutschen Oscar-Anwärter in der historischen Villa Aurora, wo einst der Schriftsteller Lion Feuchtwanger wohnte, läuft man sich für die Oscar-Nacht warm. „Ich bin gestern erst angekommen und versuche mich gerade noch zurechtzufinden“, bekennt „Toni Erdmann“-Star Sandra Hüller, im knalligen pinken Outfit. „Ich bin einfach sehr gespannt, wie das bei den Oscars funktioniert.“ „Wir können morgen gar nicht mehr verlieren“, flachst ihr Leinwand-Vater Peter Simonischek. Es unter die fünf Nominierten zu schaffen, sei schon die viel größere Leistung gewesen, meint der Österreicher.

Der Dokumentarfilmer Marcel Mettelsiefen ist „überglücklich“, dass die Syrerin Hala Kamil mit ihrem Flüchtlingspass aus Deutschland ohne Probleme in die USA einreisen konnte. Er habe alle Hebel in Bewegung gesetzt, das deutsche Konsulat in Los Angeles half mit. Bis zuletzt sorgte sich das Team, dass die Washingtoner Einreiseverschärfungen ihre Pläne durchkreuzen könnten. Die vierfache Mutter, ist die zentrale Figur in der Flüchtlings-Doku „Watani: My Homeland“.

Am Sonntag laufen sie gemeinsam über den roten Teppich, selbstverständlich trägt sie ein Kopftuch, erklärt die gläubige Muslimin. Ihr größter Oscar-Wunsch? „Ich würde liebend gerne Angelina Jolie treffen“, meint Hala. „Sie ist eine sehr gute Frau, sie hat syrische Flüchtlingslager in der Türkei besucht, sie setzt sich für uns ein“.

Auch Volker Bertelmann, mit dem Künstlernamen Hauschka, ist im Oscar-Fieber. „Ich bin jetzt aufgeregt“, gesteht der Düsseldorfer Musiker, der den Soundtrack für das Drama „Lion“ komponierte. Kein Wunder: nach Begegnungen mit Musikgrößen wie Justin Timberlake und Quincy Jones sollte er am Samstag noch einen „goldenen Dirigentenstab“ verliehen bekommen. Auf den letzten Drücker würden auch noch seine Frau und die 19-jährigen Zwillingstöchter zur Oscar-Verleihung einfliegen, erzählt der 50-Jährige.

Nur um das Outfit für den roten Teppich muss sich Bertelmann nicht mehr sorgen. „Ich ziehe einen blauen Smoking an, den habe ich mir für die Oscars extra neu gekauft.“ Auch Maren Ade hat die Kleiderwahl schon getroffen. „Ich bleib beim Anzug“, verrät sie der dpa. „Ich habe kein einziges Mal etwas anderes angehabt, als einen Anzug. Aber der für die Oscars ist wirklich richtig schön.“ 

dpa

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