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Kultur Spurensuche: Leipziger Buchpreis an Natascha Wodin
Nachrichten Kultur Spurensuche: Leipziger Buchpreis an Natascha Wodin
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00:05 24.03.2017

. Die Schriftstellerin Natascha Wodin hat den renommierten Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen. Die Jury zeichnete gestern in der Kategorie Belletristik ihren Roman „Sie kam aus Mariupol“ aus. Weitere Preisträgerinnen sind die Übersetzerin Eva Lüdi Kong und Sachbuchautorin Barbara Stollberg-Rilinger. Die Autorinnen nahmen die mit je 15000 Euro dotierten Auszeichnungen entgegen. Der Leipziger Buchpreis zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen in Deutschland.

Erstmals ging er in allen drei Kategorien an Frauen.

In der Kategorie Belletristik siegte erstmals seit Sibylle Lewitscharoff („Apostoloff“) 2009 wieder eine Frau. Die 71-jährige Natascha Wodin erzählt in der literarischen Biografie „Sie kam aus Mariupol“ (Rowohlt) die Geschichte ihrer Mutter, die aus der ukrainischen Hafenstadt Mariupol stammte. Als junge Frau erlebte sie den Untergang ihrer Adelsfamilie im stalinistischen Terror, 1944 wurde sie von den Nazis als Zwangsarbeiterin nach Deutschland verschleppt. Zwölf Jahre später nahm sie sich das Leben. Ihre beiden Töchter waren da vier und zehn Jahre alt. Es geht Wodin nicht vordergründig darum, die von der deutschen Politik erst spät beachtete brutale Ausbeutung der „Ostarbeiter“ aufzuarbeiten. Vielmehr sind das schwierige Verhältnis zur eigenen Mutter und eine verborgene Trauer Ausgangspunkte für das Graben nach ihren ukrainisch-russischen Wurzeln. Die beklemmende Reise in die Vergangenheit tritt Wodin von Berlin und Mecklenburg aus an, wo sie wohnt. Es sind viele unerwartete Momente und finstere Entdeckungen, durch die sich das Buch oft wie ein Krimi liest.

Natascha Wodin wurde in Fürth als Kind ukrainischer Zwangsarbeiter geboren und wuchs in Nachkriegslagern auf. In ihren Büchern („Einmal lebt ich“, „Erfindung einer Liebe“, „Ehe“) setzt sie sich vor allem mit den Themen Entwurzelung und Fremdheit auseinander. Für das Manuskript der Geschichte ihrer Mutter erhielt sie 2015 bereits den Alfred-Döblin-Preis.

OZ

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