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St. Louis kommt nach Polizisten-Freispruch nicht zur Ruhe

US-Bundesstaat Missouri St. Louis kommt nach Polizisten-Freispruch nicht zur Ruhe

St. Louis kommt nicht zur Ruhe. Auch am Samstag kommt es zu Protesten gegen einen umstrittenen Freispruch in einem Mordprozess. Allerdings bleiben die Proteste vorerst friedlich.

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Demonstranten bei einem Protest in St. Louis.

Quelle: Jeff Roberson

Washington. Nach gewalttätigen Protesten und Unruhen in St. Louis gegen einen umstrittenen Freispruch am Freitag sind am Samstag erneut hunderte Menschen auf die Straßen gegangen.

Nach Angaben der Polizei zogen die Demonstranten zunächst durch Einkaufszentren im Westen der Stadt. Zwischenfälle wurden vorerst nicht registriert. Anlass der Proteste war der Freispruch für einen weißen Ex-Polizisten, der einen 24-jährigen Schwarzen nach einer Verfolgungsjagd durch St. Louis erschossen hatte.

Hunderte Einwohner der Stadt im US-Bundesstaat Missouri hatten am Freitag zunächst friedlich gegen die aus ihrer Sicht „rassistische Polizei“ protestiert. Im Verlauf des Abends artete der Protest jedoch in Gewalt aus, wie die Zeitung „St. Louis Post-Dispatch“ berichtete. Die Polizei setzte schließlich Tränengas ein. Der Zeitung zufolge wurden mindestens neun Polizisten verletzt und mehr als 30 Menschen festgenommen.

Wegen der angespannten Lage in der Stadt sagte die irische Rockband U2 ein für Samstagabend geplantes Konzert in St. Louis ab. In einer Twitter-Nachricht begründeten die Musiker den Entschluss mit den Worten: „Wir können die Sicherheit der Fans nicht aufs Spiel setzen“. Auf ihrer Webseite führten sie weiter aus, „so sehr wir die Absage auch bedauern, halten wir sie in der gegenwärtigen Situation für den einzig richtigen Schritt“. 

Laut U2 hatte das Polizeipräsidium am frühen Samstag signalisiert, dass es die für Konzerte von der Größenordnung des U2-Auftritts üblichen Sicherheitsmaßnahmen wegen der Unruhen nicht bieten könne. Auch der britische Sänger Ed Sheeran sagte nach Angaben der Veranstalter ein für Samstag geplantes Konzert in der Stadt aus Sicherheitsgründen ab.

Der damalige Streifenpolizist hatte 2011 einen 24-jährigen mutmaßlichen Drogenhändler nach einer wilden Verfolgungsjagd durch die Stadt im Bundesstaat Missouri erschossen. Er wurde wegen vorsätzlichen Mordes angeklagt: Die Staatsanwaltschaft machte dabei geltend, dass er während der Verfolgungsjagd einem Kollegen im Streifenwagen gesagt habe, er werde den Mann töten.

Diese Äußerung war im Auto per Video aufgezeichnet worden, aber in der Aufnahme nicht zu verstehen, was unmittelbar davor oder danach gesagt wurde. Mit Bezug darauf entschied der zuständige Richter am Freitag, dass die Bemerkung möglicherweise aus dem Zusammenhang gerissen worden sei und daher keinen schlüssigen Beweis für eine Mordabsicht darstelle.

Der heute 36-jährige Polizist hatte selber ausgesagt, dass er geschossen habe, als der Mann nach seiner Waffe gegriffen habe. Insgesamt hatte er fünf Schüsse abgegeben. Der Polizist hatte nach dem Vorfall selbst den Dienst quittiert.

dpa

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