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Kultur Staatstheater stört AfD mit Beethoven – Polizei ermittelt
Nachrichten Kultur Staatstheater stört AfD mit Beethoven – Polizei ermittelt
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00:18 25.11.2015
120 Mitarbeiter des Mainzer Staatstheaters sangen während einer AfD-Kundgebung laut „Ode an die Freude“. Quelle: dpa
Mainz

Ermittlungen wegen Beethovens „Ode an die Freude“: Weil Ensemble-Mitglieder des Staatstheaters Mainz mit diesem Lied eine Kundgebung der Partei AfD störten, sehen sie sich jetzt mit einer Strafanzeige des Polizeipräsidiums Mainz konfrontiert. „Wer eine genehmigte Versammlung grob stört, macht sich strafbar“, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag. Ungewöhnlich ist nach Einschätzung von Juristen, dass die Anzeige nicht von der betroffenen Partei, sondern von der Polizei gestellt wurde.

Das Theater ist verwundert: „Wir waren nicht aggressiv, wir haben Beethoven gesungen“, sagte eine Sprecherin. Zudem habe das Theater nach einer Aufforderung der Polizei die Fenster zum Platz vor dem Theater geschlossen. Dort hatten sich am Samstag etwa 300 AfD-Anhänger zu einer Kundgebung unter dem Motto „Gegen das Asylchaos“ versammelt. Ein Sprecher der AfD Rheinland-Pfalz warf den Gegendemonstranten „eine massive Bereitschaft“ vor, „gegen Recht und Gesetz zu verstoßen“.

Die Theaterintendanz will nun abwarten, was kommt. Sollte es eine Geldstrafe geben, werde schon jetzt dafür gesammelt, sagte die Sprecherin. „Wir erleben eine sehr große Resonanz.“ Mit Beethovens „Ode an die Freude“ habe das Theater eine Antwort auf fremdenfeindliche Parolen gegeben und werde sich auch künftig auf ähnliche Weise zu Wort melden.

Intendant Markus Müller steht zu seiner Idee: „Wenn man dafür eine Anzeige bekommt, dann ist das eben so“, sagte er der Süddeutschen Zeitung. In einer Hausmail lud er die Belegschaft ein, die „besonderen akustischen Gegebenheiten des Foyers auszutesten“, und zwar bei einer Probe des berühmten Schlusschores aus Beethovens 9. Symphonie. „Alle Menschen werden Brüder“, heißt es darin in den Worten Friedrich Schillers.

Müller wehrt sich gegen Vorwürfe, die Aktion sei „undemokratisch“ gewesen. Zwischen den mehrfachen Wiederholungen des Stücks hätten die Sänger jeweils eine Viertelstunde Pause gemacht



OZ/dpa

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