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00:52 28.04.2018
Studentin Lea Thomas, Prof. Marko Pantermöller, Studentin Julia Witt und Dr. Frithjof Strauß machen Lust auf den „Nordischen Klang“. Quelle: Foto: Petra Hase
Greifswald

Folk und Pop, Jazz und Klassik, Punk und Schlager: Das estnische Polizei- und Grenzschutzorchester ist nahezu in allen musikalischen Genres heimisch. „Und es ist ein Garant für Qualitätsunterhaltung“, schwärmt Frithjof Strauß. Deshalb freut sich der Greifswalder Skandinavist außerordentlich, diese großartigen Musiker am 4. Mai zum Eröffnungskonzert des renommierten Musik- und Kulturfestivals „Nordischer Klang“ in der Hansestadt begrüßen zu können.

Mit rund 40 Veranstaltungen und etwa 250 Akteuren präsentiert das zehntägige Festival „auch in seiner 27. Auflage ein hochkarätiges Programm und lädt mit seinen zahlreichen Deutschlandpremieren zu einzigartigen Neuentdeckungen auf künstlerischem Spitzenniveau ein“, verspricht Festivalleiter Prof. Marko Pantermöller. Zu all dem gibt es auch noch eine Schirmherrschaftspremiere: Passend zum 100.

Jubiläum seiner staatlichen Unabhängigkeit gibt sich Estland, das mit seiner Kultur bereits mehrfach das Festival bereicherte, erstmals offiziell als Gastland. Der Auftakt mit dem „Eesti Politsei- ja Piirivalveorkester“ – so der originale Name des Polizeiorchesters – macht garantiert Lust auf mehr. Denn die 34-köpfige Band, die zu Hause auch schon mal ganz unvoreingenommen und experimentierfreudig mit Punkmusikern auf der Bühne steht, spielt im zweiten Teil des Abends mit der mehrfach preisgekrönten Pop-, Jazz- und Musicalsängerin Liisi Koikson.

Genau so hochkarätig geht es am Folgeabend mit der Folk- und Weltmusiknacht weiter, versichert Frithjof Strauß, Künstlerischer Leiter des Traditionsfestivals. Mit der sechsköpfigen schwedischen „Tarabband“ und den sieben Musikern von „Frigg“ aus Finnland kommen zwei international gefeierte Gruppen nach Greifswald, die zum einen mitreißende orientalische Songs, zum anderen energiegeladenen Saitenfolk präsentieren.

Studentin Julia Witt vom Festivalteam legt den potentiellen Besuchern aber auch die „Joik Nacht“ mit der südsamischen Sängerin Marja Mortensson und dem nordsamischen Avantgardisten Torgeir Vassvik ans Herz. Joik ist verwandt mit dem Jodeln – kann aber völlig unterschiedlich sein. Insofern stehe die helle Stimme von Mortensson in hartem Kontrast zum tranceähnlichen Kehlkopfgesang von Vassvik.

Zwei Stimmen wie aus einer anderen Welt. „Das ist das außergewöhnlichste Joikkonzert, was Deutschland erlebt hat“, macht Marko Pantermöller neugierig.

Daneben gibt es eine Reihe weiterer Konzerte, die allesamt ihre Liebhaber finden werden, ist sich der Festivalchef sicher. Ob ätherische Electro Beats oder wuchtiger Folk Rock, Indiepop, HipHop, Soul oder Roma Musik mit der berühmten Hilja Grönfors ... das Festival bietet ganz traditionell eine Mischung unterschiedlichster Stile aus den nordischen Ländern. Doch nicht nur. Das sehr gut gefüllte Programmheft mit einer Robbe im blauen Wasser auf dem Cover beinhaltet auch wieder etwas für den Nachwuchs. „Nach seiner lustigen Kindermusikvorstellung vor zwei Jahren kommt jetzt erneut das ,Duo Medi’ zu uns“, sagt Strauß. Mit Klarinette, Akkordeon, Schlagzeug und Saxophon entern die beiden Musikerinnen die Bühne als singende Seemänner und bauen auf viele mitsingende Kinder.

Darüber hinaus komplettieren in bewährter Weise Vorträge, Gespräche, Ausstellungen, Lesungen und Filme das Festival, das wieder um die 8000 Besucher erwartet. Mehr gehe nicht, so Marko Pantermöller.

Denn die Kapazitäten der Veranstaltungsorte seien begrenzt, die Konzerte in aller Regel ausverkauft. Kein Wunder, dass die traditionellen Förderer auch 2018 wieder zur Stange halten, zuvorderst das Land MV, die Universität Greifswald und die Hansestadt.

Das Festival „Nordischer Klang“ vom 3. bis 13. Mai – eine Programmauswahl

Feierliche Eröffnung:

4. Mai, 18 Uhr, im Theater mit Repräsentanten der Republik Estland, des Landes MV sowie Joachim Gauck, Bundespräsident a.D. Es musiziert das Ensemble des Eesti Politsei- ja Pirivalveorkester (20 Uhr).

Ein Barockkonzert mit „Scania Consort“ findet am 5. Mai, 16 Uhr, im Barockschloss Griebenow statt.

Folk- & Weltmusik präsentieren die „Tarabband“ und „Frigg“ am 5. Mai, 20 Uhr, im Theater.

Das Hilja Grönfors Trio steht für finnische Roma- Musik, zu hören am 6. Mai, 19 Uhr, im St. Spiritus.

Nordische Literatur steht am 7. Mai ab 10 Uhr im Fokus eines Informationsforums im Krupp Kolleg.

Ein Krimiabend mit „Norwegens Thrillerkönig“ Torkil Damhaug findet am 7. Mai, 18 Uhr, in der Stadtbibliothek statt.

Zur Joiknacht, 7. Mai, 20 Uhr, werden das Marja Mortensson Trio und die Band Vassvik im Theater erwartet.

www.nordischerklang.de

Petra Hase

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