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Stipendiaten öffnen ihre Ateliers im Schloss Plüschow

Stipendiaten öffnen ihre Ateliers im Schloss Plüschow

Plüschow. Auf dem Tisch liegt ein schwarzes Notizbuch, rechts daneben sind Bleistift, Radiergummi und eine kleines Glas angeordnet.

Plüschow. Auf dem Tisch liegt ein schwarzes Notizbuch, rechts daneben sind Bleistift, Radiergummi und eine kleines Glas angeordnet. Es sind Requisiten für das Kunstprojekt von Hyun Hyojun aus Südkorea, die derzeit im beschaulichen Dorf Plüschow in Nordwestmecklenburg lebt und arbeitet. Sie ist eine von fünf jungen Künstlern aus aller Welt, die ein dreimonatiges Stipendium im Künstlerhaus ergattert haben und morgen von 15 bis 18 Uhr ihre Ateliers öffnen.

Hyun Hyojun präsentiert ein Video, in dem man sieht, welche Botschaften Koreaner und Deutsche in dem Notizbuch hinterlassen haben. Die künstlerischen Ausdrucksformen der Stipendiaten aus Südkorea, Südafrika, Deutschland und Österreich sind zwar sehr unterschiedlich, doch sie eint die innovative und offene Arbeitsweise. „Wir erhoffen uns davon, dass sie sich auf die Situation gut einlassen können und dass Synergieeffekte entstehen“, sagt Künstlerhaus-Chefin Miro Zahra.

Von Oktober bis Dezember lebt die internationale Künstler-Familie im Schloss. Lucy König aus Leipzig, die mit Textilien und Naturmaterial arbeitet, hat sich in Plüschow beworben, „weil ich neugierig darauf war, wie das abgeschiedene Leben sich auf meine Arbeit auswirkt.“ Die Auswirkung des Landlebens spiegelt sich in ihren Objekten wider: Wolle von der benachbarten Alpaka-Farm, die ansonsten verfeuert wird, hat die Künstlerin gefilzt und zu Installationen recycelt.

Über Ruhe und Platz in den Wohn- und Arbeitszimmern des Schlosses freut sich auch Eun Jung Sim aus Südkorea, der in Berlin lebt und an Entwürfen weiterarbeitet. Auch Andreas Werner experimentiert mit Zeichnungen und großformatigen Bildern, die in Plüschow um neue Schichten erweitert werden. Die Südafrikanerin Sunette Viljoen hält auf kleinen Gipskacheln wie in einem Zeitfenster Motive und Ornamente aus der Geschichte des Schlosses fest. Am Ende des Tages wird der Blick in die Welt gelenkt: Der Fotograf Timo Vogt zeigt Bilder und berichtet ab 18 Uhr vom Leben und Überleben in Syrien.

Petra Haase

OZ

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