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Kultur Störtebeker hat die Bühne geentert
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11:18 22.06.2018
2 Quelle: Wenke Büssow-Krämer
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Ralswiek

Auch wenn der Ort selbst noch ruhig daliegt, ist hinter den Toren zur Freilichtbühne Leben eingekehrt. Das Störtebeker-Team – von den Schauspielern bis zu den Technikern – wirbelt seit dieser Woche auf der Bühne und hinter den Kulissen. „Schon am Wochenende kommen auch die Kleindarsteller dazu“, berichtet Stage Coach Lisa-Marie Hobusch von den Vorbereitungen. Sie ist mit ihrer Kollegin Kristin Wehrkamp zu Höne dafür zuständig, die täglichen Proben und Trainingseinheiten der Darsteller zu koordinieren.

In dieser Woche haben auf dem Gelände der Festspiele die Proben begonnen. Für fünf Monate ist Ralswiek nun das Zuhause der zahlreichen Mitwirkenden.

„Die Erstellung des Probenplans ist ein bisschen wie Sudoku“, gesteht Hobusch. Werden Szenen geprobt, in der ein Schauspieler nicht vorkommt, kann der in dieser Zeit zum Kampf- oder Reittraining geschickt werden. Nicht nur für Alexander Koll, der in diesem Jahr erstmals den Störtebeker verkörpert, beginnt dann der Morgen auf dem Rücken der Pferde. „Alle Darsteller mit Reitszenen haben tägliches Reittraining, manchmal auch am Nachmittag nochmal“, erklärt Lisa-Marie Hobusch. Spätestens ab elf Uhr kommen die Schauspieler vor oder auf der Bühne zusammen. Während in der Gruppe Texte durchgegangen werden, lässt der Störtebeker dann bereits die Klingen kreuzen. Schon in der zweiten Saison werden die Darsteller dabei bereits von Adam Madaras gecoacht. „Die Stunden mit dem ungarischen sechsfachen Weltmeister im Fünfkampf sind sehr gefragt“, weiß Hobusch. Klammergriff und Waffenduell müssen die Bühnenkontrahenten genauestens abstimmen.

Morgens, mittags oder abends – zu den Mahlzeiten kommt das Team dann im „Störti“ zusammen. „Hier trifft man sich auch noch nach den Proben zur Besprechung. Das Störti ist das zweite Wohnzimmer. Hier passiert alles. Es ist Dreh- und Angelpunkt des sozialen Lebens“, fasst Lisa-Marie Hobusch zusammen. Seit dieser Saison wird das Lokal von Michael Berger geleitet, der schon als Teammitglied angesehen wird. „Es ist schon wie eine Familie zu sehen. Sieben Tage die Woche sind wir mit Theater beschäftigt“, meint der Geschäftsleiter, der sich für das leibliche Wohl aller Beschäftigten verantwortlich fühlt. Wenn in der gestaffelten Mittagspause die Bühne frei wird, gibt das den Technikern freie Bahn. Inzwischen sind bereits die ersten Scheinwerfer, Spots und Lautsprecher auf ihren Plätzen installiert. Die Pyrotechniker versenken die ersten Sprengpötte. „Wenn es Explosionen auf See gibt, steigen hier die Wasserfontänen raus“, erklärt die Spielleiterin die Arbeiten.

Gleich nebenan sind die Koggen bereits überarbeitet worden und sollen demnächst zu Wasser gelassen werden. Im laufenden Probenbetrieb entsteht dort außerdem gerade noch ein neues Gebäude, das als Requisitenlager gebraucht wird. Auch die Kostümbildner stecken in den Vorbereitungen. „Das hat noch Zeit. Die Frauen üben auf dem Pferd aber schon gerne im Rock und auch Störtebeker hat seine Original-Lederhose und die Stiefel bei den Kampfproben schon an, um sich daran zu gewöhnen“, erklärt die 27-Jährige.

Am Abend bekommen dann die Greifvögel Besuch von Störtebeker Alexander Koll. Damit sich auch das später in der Vorstellung eingesetzte Tier bestens an Darsteller und Szene gewöhnt, sollte zur Aufführungszeit geübt werden. Die langen Tage – geprobt wird von montags bis sonntags – enden dann im „Störti“und später in den Wohnungen. Die meisten Mitwirkenden kommen jedes Jahr wieder auf dem Gelände der Freilichtbühne oder im Ort unter. „Da hat man dann bereits seine feste Unterkunft. Wenn man hier vier bis fünf Monate im Jahr verbringt, ist es schön, wenn man sich zu Hause fühlt“, sagt Hobusch.

Büssow-Krämer Wenke

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