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Straßenkunst in Malaysia: Unerwartet beliebte Wandbilder

Graffiti Straßenkunst in Malaysia: Unerwartet beliebte Wandbilder

Die Altstadt von George Town in Malaysia ist Unesco-Weltkulturerbe und zieht unzählige Besucher an. Aber die Straßenzüge im Kolonialstil und die Mischung aus indischer, chinesischer und malayischer Kultur haben Konkurrenz bekommen: Straßenkunst.

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George Town wird bei Touristen immer beliebter, nicht zuletzt wegen der Straßenkunst.

Quelle: Bill Bredesen

George Town. Dutzende Touristen scharen sich mit ihren Handykameras um das Kunstwerk. Es zeigt zwei Kinder, die lachend auf einem alten Fahrrad sitzen. Ein kleiner Junge klammert sich an seiner großen Schwester fest. Doch nur die Kinder sind gemalt. Das Fahrrad ist echt.

Ein Autofahrer will an der Touristengruppe vorbei, die sich in der schmalen Straße im malaysischen George Town um das dreidimensionale Wandgemälde drängt. Hunderte Besucher durchstreifen jeden Tag die noch aus der britischen Kolonialzeit stammenden Straßenzüge in der Stadt auf der Insel Penang. Sie suchen nach Straßenkunst, der neuesten Attraktion in der Unesco-Weltkulturerbe-Stadt.

Die beliebtesten sind jene interaktiven und dreidimensionalen Werke, die der in Litauen geborene Künstler Ernest Zacharevic 2012 für das George Town Festival geschaffen hat. In vielen hat er ein reales Objekt integriert.

Die Kunstszene gewinnt in George Town auch wegen der Attraktivität der Straßenkunst immer mehr an Boden. Besucher kämen nicht mehr nur wegen des legendär guten Essens, sagen Galeriebesitzer. Am 26. November etwa startet das „In-Between Arts Festival“, mit Ausstellungen, Filmen, einem Pop-up Markt und natürlich Workshops für Foodies. Es heißt so, weil es zwischen einem Literaturfestival und einem Jazzfest stattfindet. „Plötzlich interessieren sich alle für Kunst“, sagt Kuratorin Gabija Grusaite.

Die unerwartete Beliebtheit der Wandgemälde hat auch unter den Bewohnern eine Diskussion darüber ausgelöst, was Kunst eigentlich ist. Die meisten Auftrageber von Wandgemälden bevorzugten Fotorealismus, sagt der Straßenkünstler Bibichun. „Oder sie wollen eine süße oder witzige Optik. Niemand hier ist schon bereit, abstrakte Kunst zu akzeptieren.“

Vor einigen Jahren sprayte er einen einfachen, cartoon-artigen Dinosaurier neben ein bekanntes Wandbild von Zacharevic. Dafür gab es massive Kritik, bis Zacharevic seinerseits einen Jungen neben den Dinosaurier malte, der das Monster an der Leine hielt. Nur deswegen werde sein Dino-Graffiti nun als Kunst gewertet, beschwert sich Bibichun.

Wandbilder sind Wind und Wetter und den Händen der Besucher ausgesetzt. Zacharevic wollte seine Kunst eigentlich nicht auffrischen. „Das ist Teil des Charms von Straßenkunst, zu sehen wie ein Stück verblasst und sich mit der Stadt verändert.“ Aber die öffentliche Wertschätzung seiner Arbeit habe ihn umdenken lassen: Die Verwaltung und die Ladenbesitzer in Penang möchten, dass die Wandbilder auch in Zukunft Besucher anziehen.

Die meisten Graffiti werden aber von den Behörden rasch entfernt - in der geschützten Altstadt gelten strenge Regeln. Die Kontrolle schränke die Kreativität die Künstler ein, kritisiert Zacharevic. Es gebe eine kommerzielle Erwartung, wie Straßenkunst aussehen solle. Auch die Kosten für die Wandbilder steigen: Je nach Details und Farbe kann es umgerechnet bis zu 200 Euro pro Quadratmeter kosten. „Das können sich die meisten Leute nicht mehr leisten“, sagt der Straßenkünstler Kangblabla.

dpa

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