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Streit um neue Tanztheatershow

Rostock/Barth Streit um neue Tanztheatershow

Der Rostocker Regisseur und Choreograf Stephan Brauer wirft Intendant Jörg Darkow vor, die Konzeptidee von ihm geklaut zu haben

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Casting: Im Rostocker Fotostudio ad-creatio wurden Ende September Tänzer für „Wellentänzer“ ausgewählt.

Quelle: Fotos: Frank Hormann (1), Stefanie Büssing (2)

Rostock/Barth. Die für nächstes Jahr in Barth geplante neue Tanztheatershow „Wellentänzer“ sorgt schon im Vorfeld für Streit: Die Idee für das Konzept soll nicht von Intendant Jörg Darkow stammen, sondern von dem Rostocker Regisseur und Choreografen Stephan Brauer – das behauptet jedenfalls der 44-Jährige, der sich um sein geistiges Eigentum betrogen fühlt.

OZ-Bild

Der Rostocker Regisseur und Choreograf Stephan Brauer wirft Intendant Jörg Darkow vor, die Konzeptidee von ihm geklaut zu haben

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Ende August hatte Intendant Jörg Darkow die Pläne für die neue Tanztheatershow Barth vorgestellt, die ab 2017 in einem fünfjährigen Zyklus die Elemente Erde, Feuer, Wasser, Luft sowie Liebe thematisiert und jährlich 20000 Besucher in die Vineta-Stadt locken soll.

„Eine Idee, die ich schon seit Jahren habe, ist ein Tanztheaterfestival“, sagt Brauer, dessen Inszenierung der Operette „Die Csárdásfürstin“ am Samstag am Landestheater Neustrelitz Premiere hatte.

Hintergrund: Bereits im Jahr 2009 wollte Brauer in Rostock mit seiner Firma Masterpiece Entertainment GmbH die ersten „Rostocker Musical Festspiele“ ins Leben rufen. Das Projekt sei jedoch an fehlenden Fördergeldern gescheitert, so Brauer, der stattdessen aus eigener Tasche die Musicals „Evita“ und „Jesus Christ Superstar“ in der Rostocker Nikolaikirche inszenierte.

Dabei habe er Jörg Darkow kennengelernt. „Wir haben uns angefreundet und bei unserer Arbeit gegenseitig unterstützt“, sagt Brauer. „Es gab die Überlegung, gemeinsam eine GbR zu gründen. Das haben wir zwar wieder verworfen.“ Angedacht sei jedoch auch gewesen, ein gemeinsames Projekt umzusetzen. Eine Chance dazu hätte laut Brauer das Projekt in Barth sein können.

„Jörg hat mir erzählt, dass der Bürgermeister ihn angesprochen habe und mich gefragt, was ich über ein Musical-Festival in Barth denke“, berichtet er. Er habe Darkow stattdessen zu einer Tanztheatershow geraten, die sich über Jahre fortlaufend inszenieren lasse. „Ich habe ihm auch vorgeschlagen, Filmmusik zu vertanzen, unter anderem aus dem Film ’Das fünfte Element’ von Luc Besson“, so Brauer. „Jörg sollte dem Barther Bürgermeister dieses Konzept vorstellen und ihm sagen, dass die Idee von mir ist. Für mich war völlig klar, dass ich mit von der Partie bin, wenn das Projekt läuft“, sagt Brauer. Dass dies nicht so ist, habe er durch Zufall erfahren.

„In Gesprächen mit Jörg Darkow hieß es, es gebe noch nichts Konkretes. Als mir Bekannte erzählt haben, dass sie bei der Show mitarbeiten werden, bin ich aus allen Wolken gefallen“, so Brauer. „Das ist nicht nur ein Vertrauensmissbrauch, sondern auch eine absolute Unverschämtheit“, sagt der 44-Jährige bitter. Trotzdem fühlt sich Brauer machtlos: „Ich würde ihn sofort verklagen, wenn ich etwas in der Hand hätte, aber ich kann nichts beweisen.“

„Ich weiß gar nicht, wie Herr Brauer darauf kommt, das ist völliger Quatsch“, äußert sich Jörg Darkow zu den Vorwürfen. Die Idee für das Konzept habe er selbst entwickelt.

„Zudem gibt es seit Jahrzehnten viele andere Produktionen mit den fünf Elementen. Ich entwickele seit vielen Jahren Veranstaltungen und habe es nicht nötig, zu Herrn Brauer zu gehen und seine Ideen zu klauen“, sagt der studierte Grafikdesigner, der eigenen Angaben zufolge seit über 25 Jahren an nationalen und internationalen Produktionen beteiligt ist und unter anderem die Rostocker „Lachrundfahrt“, eine humorvolle Stadtrundfahrt, entwickelt hat.

Es habe zwar ein Gespräch gegeben, „dabei ging es aber darum, dass ich ihn ins Boot hole, wenn ich ein Musical mache und einen Regisseur brauche. Beides ist nicht der Fall, jetzt ist er wahrscheinlich sauer“, vermutet Darkow. „Das Ganze ist einfach nur lächerlich.“

„Ich habe Herrn Darkow als extrem kreativen Menschen kennengelernt und glaube nicht, dass er Nachhilfe braucht, das passt einfach nicht ins Bild“, sagt auch der Barther Bürgermeister Stefan Kerth (SPD). „Ich würde mir einfach wünschen, dass man akzeptiert, dass hier etwas Tolles entsteht.“

Auch Stephan Brauer hat aus seiner Erfahrung gelernt: „Künftig werde ich meine Ideen nicht mehr preisgeben“, sagt er. Etwas Gutes kann er dem Ganzen trotzdem abgewinnen: „Ich werde meine Idee, das Tanztheaterstück ,Das fünfte Element’ trotzdem zeitnah umsetzen – und zwar in Rostock.“ Zunächst inszeniert er dort am Volkstheater jedoch das Musical „Ein Käfig voller Narren“. Premiere im Großen Haus ist am 11. März.

„Wellentänzer“

Die Premiere ist für den 21. Juli geplant. Die Generalprobe am 20. Juli soll öffentlich sein und ist „gegen einen geringen Obolus“ speziell für die Barther gedacht. Die Musik wird der mit dem Fernsehpreis „Die Goldene Europa“ ausgezeichnete Musiker Frank Nimsgern komponieren. Die Komposition wird von der Prager Symphonie eingespielt. Choreographen sind Philip Tayler aus Großbritannien und Marvin A. Smith, der schon mit Stars wie Madonna, Jennifer Lopez und Michael Jackson arbeitete.

10 Vorstellungen soll es in der kommenden Saison geben. Aufgeführt wird die 90-minütige Show an sechs Tagen in der Woche. Für die Aufführungen hat Jörg Darkow die Werfthalle Rammin am Wirtschaftshafen in Barth gewählt. Die Kartenpreise liegen zwischen 27 und 120 Euro.

Stefanie Büssing

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