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Strenge und Perfektionismus

Rom Strenge und Perfektionismus

Als „Pultdiktator“ machte Stardirigent Riccardo Muti sich ebenso einen Namen wie als „King of Verdi“

Rom. Es sind versöhnliche Worte, die zuletzt angeschlagen wurden. Etliche Jahre sind vergangen, seitdem der Stardirigent Riccardo Muti die Mailänder Scala zornig verlassen hat. Aber der Streit ist in die Geschichte des Opernhauses eingraviert. Nun, pünktlich zu seinem 75. Geburtstag am 28. Juli, stehen die Zeichen auf Versöhnung: Eine Ausstellung erinnert an die großen Momente Mutis an der Scala, an der er fast 20 Jahre musikalischer Direktor war.

„Die Rückkehr in diesen Saal ruft große Emotionen hervor, auch wenn ich keiner bin, der seine Gefühle zeigt: Im Guten wie im Schlechten habe ich der Scala, der Stadt und somit Italien viel gegeben“, sagte der gebürtige Neapolitaner bei der Eröffnung der Ausstellung „Riccardo Muti – Gli anni della Scala“ (Riccardo Muti - Die Jahre an der Scala) im Juni. Die Jahre sind geprägt von großen Erfolgen, aber auch von großen Streitigkeiten. Vor mehr als zehn Jahren, 2005, verließ Muti das Opernhaus, dessen Musikdirektor er 19 Jahre lang war. Offiziell ging es um die Intendantennachfolge: Die Belegschaft lehnte den von Muti favorisierten Kandidaten Maurizio Meli ab und kehrte dem Meister anschließend den Rücken.

Muti ging im Zorn. Es folgten Engagements in Salzburg und an der New Yorker Metropolitan Opera. In Chicago hat er einen Vertrag bis zum Jahr 2020. Heute hege er keinen Groll mehr gegen die Scala, sagte Muti kürzlich.

Der Meister polarisierte schon immer. Zu den größten Dirigenten der heutigen Zeit gehört er dennoch, oder gerade deshalb. Als „letzter Monarch unter den Dirigenten“, „Pultdiktator“ oder „Feuerkopf“

machte er sich einen Namen. Seine Körperhaltung, wenn er mit erhobenem Kinn den Taktstock erhebt, zeigt, dass er Gehorsam verlangt.

Muti gilt als einer der besten Verdi-Dirigenten, als „King of Verdi“ („New York Times“). In die Geschichte eingegangen ist eine Aufführung an der Oper Rom, bei der Muti das Publikum auffordert, „Va, pensiero“, den Gefangenenchor aus Verdis „Nabucco“, mitzusingen. Es flossen Tränen der Ergriffenheit.       Annette Reuther

OZ

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