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Studenten spielen auf Hiddensee Insel-Utopie

Kloster/Hiddensee Studenten spielen auf Hiddensee Insel-Utopie

Zum 70. Todestag Gerhart Hauptmanns rückt der Roman „Die Insel der großen Mutter“ in den Fokus

Kloster/Hiddensee. Vor 70 Jahren wurde Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann in Kloster auf Hiddensee beigesetzt: Am 28. Juli 1946, vor Sonnenaufgang. Bis heute würdigt dort das Gerhart-Hauptmann-Haus den Dichter, der einst weltweit als der literarische Repräsentant Deutschlands gegolten hatte. Ganz besonders im Jahr seines 70.

Todestages (6. Juni 1946).

Einen besonderen Farbtupfer der Würdigungen, an denen sich auf Hiddensee seit dem Frühjahr namhafte Autoren beteiligen, liefern jetzt Studenten der Hochschule Zittau/Görlitz. Am 27. Juli (18

Uhr) präsentieren sie ein Projekt, das auf einen wenig bekannten Roman des Geehrten verweist: „Die Insel der großen Mutter. Eine Geschichte aus dem utopischen Archipelagus“, entstanden zwischen 1916 und 1924. Der Hochschullehrer Maik Hosang, Initiator des Projektes, fand in Hauptmanns Werk erstaunlich aktuelle Botschaften: Trotz besseren Wissens und fortgeschrittener Technik herrschen in der „Dunkelmannswelt“ weiter Krieg, Leid und Zerstörung. Bisherige „Reformatiönchen und Revolutiönchen“ hätten nur Oberflächliches verändert. Auch „was heute in Europa mit Frauenbewegung bezeichnet wird, ist leider nichts als eine Lappalie“. Hauptmanns Hoffnung auf eine schönere Welt gründet sich auf die Frauen – aber: Ganz so einfach ist es auch nicht. So haben die 100 Frauen, die im Roman auf einer Insel stranden, einen Jungen zur Verfügung . . .

Sieben Frauen und ein Mann bilden das Personal im Studententheaterprojekt: Hosang nennt es „postdramatische Theaterperformance“, sein Regisseur, Masterstudent Christoph Morling, findet den Begriff Performance missverständlich und bezeichnet das Projekt, das er in Umkehrung Hauptmanns „Die Mutter der großen Insel“ betitelt, als „eher klassisch dramatisch“ mit performativen Elementen.

Aber Begriffsverwirrspielchen gehören wohl zum „Postdramatischen“. Interessant wird, was zu sehen (und zu hören) ist. Da stimmen Hauptmanns von Hiddensee inspirierte Sätze hoffnungsvoll: „. .

. diese Insel nur sehen, heißt beinahe soviel als einen neuen Menschen anziehen, gegen den der frühere verstaubt, zerrissen, hinkend und schielend ist. Diese Landschaft muss die menschliche Seele besser machen, friedlicher, liebevoller, glückseliger.“ Aufführung: 27. Juli, 18 Uhr,

Gerhart-Hauptmann-Haus, Kloster

Dietrich Pätzold

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