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Kultur Synthese aus Jazz und Sinfonie
Nachrichten Kultur Synthese aus Jazz und Sinfonie
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00:00 16.05.2017
Rostock

Ein weiteres Glanzstück fügte das 9. Philharmonische Konzert der Rostocker Philharmonie der Perlenkette ihrer „Flügelfeste“ in der Jubiläums-Saison zu. Der Hamburger Klaviermeister Sebastian Knauer (45) musizierte das Concerto in F (1925) von George Gershwin, eine Synthese aus Jazz und sinfonischer Tradition, in der das eine nicht nur zur Folie des anderen wird.

Er tat dies ohne Breitwand-Virtuosität, mit so feinsinnigen durchgestalteten Klang-, Tempo- und Rhythmus-Verschiebungen, dass sich delikater Swing und Drive einstellten, einfach mitreißend. Damit zog er das Orchester mit – und musste noch eine bluesige Gershwin-Zugabe spendieren.

Dieses Konzert war das Abschiedskonzert des „Principal Guest Conductor“ der Philharmonie, des Chinesen Yongyan Hu.

In jedem seiner Konzerte seit 2015 hatte er ein chinesisches Stück mitgebracht, vielleicht das Wertvollste seines Gastspiels. Diesmal die „Cantonese Suite“ (2005) seines Landsmannes Xiaogang Ye (62), poetische Naturklangbilder: feingliederige chinesische Melodien eingehüllt in meist zarte europäische Orchesterklang-Farben.

Als krönender Abschluss erklang die großmächtige Sinfonie Nr. 5 e-Moll op. 64 (1888) von Tschaikowski, das Aufbäumen gegen Melancholie, Traurigkeit und Resignation. Hu dirigierte dieses Riesenwerk auswendig, und er hatte Glück. Vor zwei Jahren hat die Norddeutsche Philharmonie mit diesem Werk im Großen Festspielhaus von Salzburg Furore gemacht, in einem inspirierten und – für sie – denkwürdigen Konzert. Ganz so war es diesmal nicht, nicht ganz so intensiv, nicht so aus einem Guss. Aber dem Orchester war die damalige Sternstunde noch spürbar eingeschrieben.

So erstand, auch wenn es manchmal schien, als dirigiere Hu nicht das Orchester, sondern nur dazu, ein überzeugender Widerhall der Salzburger Aufführung, die wenige Rostocker erlebt hatten. Und tosender Beifall war schließlich der Lohn am Ende des Konzerts.

OZ

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