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Kultur Tanz der Elemente in Barther Werfthalle
Nachrichten Kultur Tanz der Elemente in Barther Werfthalle
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00:00 31.08.2016
Schon seit Jahren gärt in mir die Idee etwas zu initiieren, was identitätsstiftend für Stadt und Region ist und ein breites Publikum anspricht.“ Stefan Kerth, Bürgermeister der Stadt Barth

Eine kleine Stadt, wenig Geld, eine leere Werfthalle, eine große Idee – so knapp lassen sich die Elemente beschreiben, aus denen die neue Tanztheatershow „Wellentänzer“ in Barth entsteht. Ab 2017 soll sie jährlich rund 20000 Besucher in die Vineta-Stadt locken. Geplant ist ein fünfjähriger Zyklus, der je eines der vier Elemente Erde, Feuer, Wasser, Luft, zum Thema hat. Dazu kommt die Liebe, die man Barth ebenfalls zu den Elementen zählt. Die Shows sind an die Tanzsprache der Tänzerin und Choreografin Pina Bausch (1940-2009) aus Wuppertal angelehnt ist.

Bürgermeister Stefan Kerth (SPD) kann sein Glück kaum fassen: „Schon seit Jahren gärt in mir die Idee etwas zu initiieren, was identitätsstiftend für Stadt und Region ist und ein breites Publikum anspricht“, sagt er. „Aber ich hätte nicht damit gerechnet, dass jemand diesen Weg geht und soviel Mut besitzt.“

Gemeint ist Intendant Jörg Darkow, der die Show produzieren wird und auch das finanzielle Risiko trägt, da der Stadt die Mittel fehlen. Ihn hatte Kerth von seiner Idee überzeugt. „Für mich ist das nichts Besonderes, ich war schon immer ein kreativer Typ und habe meine Ideen umgesetzt“, sagt der Rostocker Grafikdesigner, der viele Jahre in der Werbung gearbeitet und unter anderem die Rostocker „Lachrundfahrt“, eine humorvolle Stadtrundfahrt, entwickelt hat. Gemeinsam mit Sponsoren will er das Projekt – laut Darkow die größte privat finanzierte Tanztheatershow Deutschlands, die auch bundesweit vermarktet werden soll – , stemmen. Wie teuer das wird, darüber will der Produzent nichts verraten.

Zwei Hochkaräter hat der Rostocker ins Boot geholt: Den britischen Choreografen Philip Taylor, der Ballettdirektor in Augsburg und München war und in Melbourne, San Francisco, Amsterdam, Den Haag und Leeds unterrichtete, und Komponist Frank Nimsgern. Letzterer ist Preisträger des ARD-Fernsehpreises „Die goldene Europa“ und komponiert Filmmusiken, unter anderem für den „Tatort“ und für die Shows im Berliner Friedrichstadtpalast. „Die Musik wird klassisch sein, teilweise auch in Richtung Hip Hop oder Pop gehen“, sagt Darkow. „Vieles wird sich erst während der Arbeit entwickeln.“ Das ist dem Intendanten besonders wichtig: „Das gibt den Künstlern die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen.“

Für das erste Projekt im Sommer 2017 – die Premiere ist am 21. Juli geplant – haben sich mehr als 30 Tänzer aus Europa und Asien beworben. Zehn bis zwölf von ihnen werden bei einem Casting ausgewählt. Ein weiterer Choreograf, zwei Sänger, ein Erzähler und Lichtdesigner Chris Moylan aus Toronto werden ebenfalls zum Ensemble gehören. Wie es Jörg Darkow gelingt, Hochkaräter nach Barth zu holen? „Das Konzept hat sie einfach überzeugt“, sagt er mit einem Lächeln. Auch was die Sänger angeht, sei er bereits in Verhandlungen: „Darunter sind wirklich bekannte Namen, mehr kann ich dazu noch nicht sagen“, so Darkow.

Auch der Ort der Theatershow ist extravagant: Für die zehn Vorstellungen pro Saison, zu denen Darkow insgesamt 20000 Besucher erwartet, haben die Initiatoren die Werfthalle Rammin am Wirtschaftshafen gewählt, wo insgesamt 1500 Zuschauer Platz finden.

„Damit sind wir wetterunabhängig“, sagt Stefan Kerth und hat noch etwas anderes dabei im Hinterkopf: „Die Veranstaltung soll kein Solitär sein, sondern etwas, was sich weiterentwickeln kann. Unser Ziel ist es, neben der Kernveranstaltung das Thema künftig breiter aufzustellen. Dafür bieten die vielen Werfthallen im Ort großes Potenzial.“

Stefanie Büssing

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