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Tanz und Theater im Schloss

Bröllin Tanz und Theater im Schloss

ist ein vorpommerschen Minidorf, von dem man meinen könnte, dass dort die Zeit vor 150 Jahren stehen geblieben ist. Zu dem ehemaligen Gutshof mit seinem Herrenhaus und Wirtschaftsgebäuden im typischen Feldsteinbau aus dem 19. Jahrhundert ist bis heute in Bröllin nicht viel Neues an Architektur hinzugekommen.

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Katharina Husemann vom Schloss Br�llin

Bröllin. Die Einwohnerzahl der Ortschaft, die südöstlich von Pasewalk liegt und zur Gemeinde Fahrenwalde gehört, liegt im mittleren zweistelligen Bereich. Ausgerechnet hier treffen sich Performance-Künstler, Schauspieler und Tänzer aus ganz Deutschland und dem Ausland, um Stücke zu inszenieren.

Dafür ist Katharina Husemann mit verantwortlich. Die Performance-Künstlerin, die auch als Kultur-Managerin arbeitet, gehörte Anfang der 90er Jahre der freien Berliner Theatergruppe RA.M.M an. „Wir suchten nach einem dauerhaften Probeort außerhalb der Großstadt und stießen auf das verlassene Gutshaus in Bröllin. Die Ruhe und die Weite der Landschaft haben uns gefallen. Wir haben sofort gespürt, dass es ein besonderer Ort ist“, erinnert sich die 52-Jährige.

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Jugendliche beim Hip-Hop-Workshop auf Schloss Br�llin.

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Bevor es losgehen konnte, mussten die maroden, leerstehenden Gebäude auf Vordermann gebracht werden. Dafür haben die Theatermitglieder den Schloss Bröllin e.V. mit damals acht Mitgliedern gegründet.

„Wir haben renoviert, neue Fenster eingebaut, Schornsteine aufgesetzt und Öfen besorgt“, sagt Husemann. Es kamen immer mehr Leute hinzu, Kulturschaffende und Kunstinteressierte aus Vorpommern und Brandenburg. Heute hat der Verein, der im Jahr 2000 das 50 000 Quadratmeter große Anwesen von der Treuhand-Liegenschaftsgesellschaft gekauft hat, 50 Mitglieder.

Vor allem freie Tanz- und Theatergruppen sollen Möglichkeiten bekommen, sich auf Bröllin zu entfalten. Seit 1996 gibt es ein Residenz-Stipendium, das vom Kultusministerium MV finanziert wird. „Wir haben pro Jahr 100 Bewerbungen. Vier ehrenamtliche Kuratoren, dazu gehört dieses Jahr Sabrina Sadowska, Ballettmeisterin am Theater Vorpommern, wählen zwischen fünf und zehn Projekte aus, die bis zu drei Wochen auf Schloss Bröllin an ihren Tanz- und Theater-Inszenierungen arbeiten können. Wir fördern zeitgenössische Projekte, die qualitativ hochwertig und experimentell sind und aktuelle Themen aufgreifen“, sagt Husemann, auch künstlerische Leiterin.

Vom 26. bis 28. April findet das Festival „Kontrapunkt“ statt, bei dem die tschechische Theatergruppe Spitfire Company und das Giessener Performance-Duo Big-Notwendigkeit auftreten werden. Sie gehören zu den Residenz-Preisträgern 2013. „Auflage ist, dass jeder Künstler mindestens eine öffentliche Aufführung organisiert. Auch für die Einwohner der Region. „So erhalten die Initiatoren auch Rückmeldung, wie ihr Werk ankommt“, sagt Husemann, die bei der „Amadeu-Antonio-Stiftung“ angestellt ist.

Auch Jugendprojekte organisiert der Verein. Beliebt sind die Hip-Hop-Kurse mit dem Berliner Tänzer Imran Khan, der im November wieder nach Bröllin kommt. Ein Höhepunkt ist der internationale Jugend-Workshop vom 21. bis 30. Juni, bei dem 45 Leute aus Estland, Lettland, Ungarn, Polen und Deutschland unter dem Motto „Time-Out“ für Film-, Musik,-Theater,- und Tanz-Workshops zusammenkommen.

„Das ist für junge Leute ein Highlight. Sie blühen regelrecht auf“, sagt Husemann.

Kunstforschung, Kultur und Jugendarbeit
Der Schloss Bröllin e.V. engagiert sich seit 1992 für Erhalt und Ausbau des einstigen Gutes. In der DDR-Zeit stand hier ein Landwirtschaftsbetrieb. Der Verein betreibt Kunstforschung, Kulturarbeit und Jugendarbeit, organisiert internationalen Austausch und kümmert sich um Instandhaltung und Rekonstruktion der Gebäude. Das Ensemble steht seit 1993 unter Denkmalschutz. Zur Anlage gehören 50 000 Quadratmeter Fläche, Studios, Produktions- und Übernachtungsräume.

Die Stipendiaten für das Residenzprogramm sind in diesem Jahr Sabrina Sadowska (Ballettmeisterin am Theater Vorpommern), Christel Hartmann-Fritsch (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied Stiftung Genshagen, Kunst- und Kulturvermittlung in Europa), Christian Römer (Referent für Kultur und neue Medien bei der Heinrich-Böll-Stiftung), Jens-Uwe Sprengel (Unidram Festival Potsdam).

Mehrere Stiftungen finanzieren den Bau.

• Internet:
www.broellin.de

Grit Schreiter

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