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Tanztendenzen 2016 – Das Tier in mir

Tanztendenzen 2016 – Das Tier in mir

Die Greifswalder Ballettdramaturgin Franziska Lüdtke über das Tanzfestival, das am 18. Oktober beginnt

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Uns interessiert zeitgenössischer Tanz, der sich in Beziehung setzt zum Raum oder zu anderen Personen.“ Franziska Lüdtke, Ballettdramaturgin Theater Vorpommern

Greifswald Am 18. Oktober startet in Greifswald das Festival Tanztendenzen. Ensembles aus der ganzen Welt werden bis 22. Oktober im Theater, dem soziokulturellen Zentrum St. Spiritus und der Galerie Schwarz auftreten. Franziska Lüdtke, Ballettdramaturgin am Theater Vorpommern, erzählt, was das Tanzfestival bezwecken soll.

Tanztendenzen ist ein Festival rein mit Gastspielen – richtig?

Franziska Lüdtke: Ja, früher hat auch die Tanzsparte des Theaters mitgemacht. Das ist nicht mehr der Fall, weil das Festival im Herbst stattfindet und mit der ersten Ballettproduktion der neuen Spielzeit kollidiert. Das wird am 5. November die Uraufführung des Balletts „Rhapsody in Gershwin“ sein.

Was ist das Ziel des Festivals?

Lüdtke: Es geht darum, jungen Choreographen eine Plattform zu bieten. Unter den Choreographien sind auch einige neue Stücke. Ziel ist es, eine Bandbreite des zeitgenössischen Tanzes zu zeigen.

Gibt es ein Motto?

Lüdtke: Nein, ein Motto gibt es nicht. Es gibt eine Ausschreibung, auf die man sich mit Videos oder Links bewerben kann. Es geht vermehrt darum, Stücke zu präsentieren, die sich mit anderen Künsten, Genres und Künstlern auseinandersetzen. Es gibt viele Stücke, die berühren, bei denen was hängen bleibt. Dieses Jahr kristallisierte sich das Thema „Das Tier in mir“ heraus. Das wird am 18.

Oktober zu erleben sein im Auftaktstück „Corps Étrangers – Fremdkörper“ des Kölner Ensembles „Mouvoir“, das sich mit den animalischen Wurzeln der Menschheit beschäftigt. Im Kinderstück „Miravella“

aus Frankreich am 20. Oktober geht es um die Entstehung des Lebens. Im Abschlussstück „Beauty of the Beast“ am 22. Oktober der Company Chameleon um das Tier im Manne.

Welche Themen werden berührt?

Lüdtke: Es gab mal eine Tendenz, dass zeitgenössischer Tanz introvertiert, selbstreflexiv wurde. Das gibt es zwar noch, finden wir aber nicht so spannend. Uns interessiert zeitgenössischer Tanz, der sich in Beziehung setzt zum Raum oder zu anderen Personen. Wie bei Lotte Müller, die mit einem Ungetüm von Sessel tanzt. Sehr faszinierend. Oder „Chrono-Logy“ von Joeri Dubbe aus Holland, in dem eine Frau ihre persönlichen Liebesgeschichten durchlebt. Da geht es um Beziehungen zwischen Menschen. Bei dem Duo Laura Keil und Ruslan Stepanov geht es auch um Beziehungen. Die beiden – sie Deutsche, er Este – fragen sich, warum konkurrieren unsere Egos so oft miteinander. Sie suchen nach einer gemeinsamen Sprache. Tanzcompagnien sind ja meist international besetzt. Da liegt das Thema nahe, Bewegung als gemeinsame Sprache.

Reagieren Sie mit Tanz auch auf gesellschaftliche Strömungen wie aufkommenden Fremdenhass?

Lüdtke: Für Tanz ist es völlig irrelevant, woher jemand kommt. Tanz ist eine Bewegungssprache, die das Problem der Nationalität nicht kennt.

Es gibt auch Workshops?

Lüdtke: Ja, von Fernando Pelliccioli aus Argentinien zum Thema „Wahrnehmung und Bewegung“. Und von der Company Chameleon aus Manchester zum Thema „Energie & (Gruppen)-Dynamik“. Stolz sind wir auch darauf, dass wir mit „Miravella“ zum ersten Mal ein Kinderstück im Programm haben. Das ist etwas Besonderes, da es auch Erwachsene anspricht. Interview: Michael Meyer

OZ

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