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Kultur Theater-Pläne werden teurer
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00:00 26.01.2018
Stralsund/Greifswald

Kostenfalle Kooperationstheater: Nachdem die geplante Theaterfusion im Osten des Landes von den verschiedenen Verhandlungspartnern in Abstimmung mit Kultusministerin Birgit Hesse (SPD) auf Eis gelegt worden ist, kommen auf die Hansestädte Greifswald und Stralsund als Hauptgesellschafter des Theaters Vorpommern Mehrkosten im sechsstelligen Bereich zu – und zwar steigend von Jahr zu Jahr.

Nächste Woche Dienstag soll in einer Verhandlungsrunde zwischen den ursprünglich an einer Fusion beteiligten Städten und Landkreisen sowie der Landesregierung über die Bedingungen des Kooperationsmodells diskutiert werden. Zum Teilnehmerkreis gehören außer den Oberbürgermeistern von Greifswald und Stralsund, Stefan Fassbinder (Grüne) und Alexander Badrow (CDU), auch Vertreter aus Neustrelitz und Neubrandenburg. Von dort sei, verlautete aus Regierungskreisen in Schwerin, der Impuls gekommen, den seit Jahren angestrebten Zusammenschluss des Theaters Vorpommern und der Theater und Orchester GmbH in Neubrandenburg und Neustrelitz zu einem Staatstheater Nordost wieder zu kippen.

Bei dem Termin am Dienstag sollen die kommunalen Gesellschafter Hesse ein tragfähiges Konzept präsentieren, aus dem hervorgeht, wie die Bühnenbetriebe trotz ihrer wirtschaftlichen Schwierigkeiten lediglich in bestimmten Bereichen kooperieren, aber wirtschaftlich nach wie vor eigenständig bleiben wollen. Hesse: „Ich gehe davon aus, dass die kommunalen Vertreter konkret aufzeigen, wie diese Kooperation aussehen soll.“

Fassbinder und Badrow betonen im Gleichklang recht deutlich, dass der Zuschuss ihrer Städte zur Finanzierung des Theaters dann von Jahr zu Jahr um 100000 Euro wachsen würde, um steigende Personalkosten auszugleichen. Fassbinder: „Das Kooperationsmodell, geht davon aus, dass Land und Kommunen ihre Zuschüsse dynamisieren. Das heißt, jeder gibt jährlich zwei bis drei Prozent mehr ins System, um die Tarifsteigerungen zu finanzieren.“ Dennoch würden die Mitarbeiter des Theaters dauerhaft 15 Prozent weniger verdienen, als an Häusern, wo der Flächentarifvertrag gilt. „Es wird aber verhindert, dass die Schere weiter auseinandergeht“, sagt Fassbinder.

Die Bereitschaft beider Bürgerschaften, einer Theaterfinanzierung zuzustimmen, die pro Standort zusätzlich zu den über drei Millionen Euro an jährlichen Dauerzuschüssen steigende Kosten von jeweils 100000 Euro im Jahr bedeutet, wird unterschiedlich sein.

Während Fassbinder in Greifswald bei der Überzeugungsarbeit relativ leichtes Spiel haben dürfte, gilt eine Zustimmung in Stralsund als ungewiss. Wenn eine Kooperation an die Stelle der Fusion treten soll, müssen aber beide Kommunalparlamente zustimmen.

Auf zehn Jahre hochgerechnet, würde eine Theaterkooperation für beide Hansestädte zusammen Mehrkosten von zwei Millionen Euro mit sich bringen. Die Fusion hätte Einsparungen von zwei bis 2,5 Millionen Euro bringen sollen. Diese Summe wäre jedoch erst nach dem Abschluss des damit verbundenen Stellenabbaus Mitte der 2020er Jahre erreicht worden. Allerdings war ein Teil der Kosten, die eine Fusion mit sich bringt, wie die Anschaffung von Lastwagen, um Bühnenteile zwischen den einzelnen Standorten hin- und herfahren zu können, noch gar nicht erhoben worden. Bisher geht man in Greifswald und Stralsund davon aus, dass der in den Fusionsverhandlungen beschlossene Abbau von 65 Arbeitsplätzen am Theater Vorpommern und der Theater und Orchester GmbH (Jobs insgesamt: 485) durch die Sicherung der Eigenständigkeit mit Hilfe der anvisierten Kooperation wieder Geschichte wäre. Heiko Kärger, CDU-Landrat im Kreis Mecklenburgische Seenplatte und ebenfalls an den Verhandlungen beteiligt, gibt dazu aber eine ausweichende Antwort: „Es stehen erhebliche Konsolidierungsbedarfe an. Erst einmal geht es darum, den Beschäftigten angemessene Gehälter zu zahlen, ohne das Theater an sich infrage zu stellen.“

Sollte der Stellenabbau in Neubrandenburg und Neustrelitz nicht zu den Akten gelegt werden, gibt es für das Theater Vorpommern eventuell noch andere Partner. „Vielleicht ist es eine Option, mit Rostock zu kooperieren“, sagt Fassbinder. Und Stralsunds OB Badrow sekundiert: „Wichtig ist, dass wir jetzt langfristige Strukturen schaffen und nicht in drei Jahren vor dem gleichen Problem stehen.“

Katharina Degrassi und Benjamin Fischer

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