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Kultur Theater will 25000 Euro von Usedom
Nachrichten Kultur Theater will 25000 Euro von Usedom
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12:21 18.05.2018
Grundsätzlich bekennen sich die Usedomer zu ihrer Hafenbühne. Mit der jüngsten Geldforderung der Landesbühne aber hadern sie. Quelle: Foto: Ingrid Nadler
Usedom

Wird es 2019 wieder Hafenfestspiele in Usedom geben? Der Vertrag zwischen der Stadt und der Vorpommerschen Landesbühne Anklam ist in weiten Teilen vorbesprochen. Die Bauvoranfrage für die neue Freilichtbühne neben dem Kindergarten ist von der Kreisverwaltung (mit Auflagen) positiv beschieden. Usedom stellt demnach auch 10 000 Quadratmeter städtisches Land für den künftigen Parkplatz der Theaterbesucher zur Verfügung und sorgt dafür, dass die Zuwegung stets in Ordnung gehalten wird. Wenn alles gut geht und sich die Förderzusagen aus Schwerin als belastbar erweisen, wird die Kleinstadt für diese Investition großzügig gefördert. Ohne diese Hilfe geht es gar nicht, denn die Gesamtkosten werden nach wie vor mit 490 000 Euro beziffert.

Der Schweriner Staatssekretär Dr. Stefan Rudolph hatte zuletzt beim Neujahrsempfang der Stadt Usedom Hoffnung verbreitet, als er dafür warb, in Usedom etwas entstehen zu lassen, was als Alleinstellungsmerkmal gelten könne. Etwas, was es nur hier gibt. Im Zusammenspiel mit dem Usedomer See-Center sollte jeder Euro gut investiertes Geld sein.

Indes, am Mittwochabend, während der Stadtvertretersitzung, drohte die optimistische Grundstimmung in Usedom zu kippen. Es hatte etwas von einem Paukenschlag, als Bürgermeister Jochen Storrer verkündete: Die Leitung der Vorpommerschen Landesbühne fordere zu allem anderen einen jährlichen Zuschuss von 25 000 Euro von der Stadt!

Die Information hatte lautstarke Unmutsbekundungen aus dem Publikum zur Folge. „Die verdienen bei uns soviel Knete und wollen immer mehr von uns erpressen“, war noch einer der freundlicheren Zurufe.

Woraufhin Vize-Bürgermeisterin Grit Kaspereit eine Bürgerbefragung in den Raum warf. „Schließlich handelt es sich um Steuergelder, über die wir hier zu entscheiden haben.“

Nun, entschieden worden ist vorgestern noch nichts. Usedoms Bauausschussvorsitzender Gerd Wendlandt hat stattdessen schnellstmögliche Gespräche über die Theaterforderung mit dem Wirtschaftsministerium in Schwerin angeregt. Auch Dr. Norbert Köhler plädierte dafür, sachlich zu bleiben und nicht aus dem Bauchgefühl heraus zu reagieren.

Um Sachlichkeit bemüht, war auch Stadtvertreter Dr. Günther Jikeli, der gleichzeitig für die SPD im Kreistag sitzt. Er hatte Fakten parat, nach denen die an Usedom ergangene Forderung in keinem Verhältnis zu der finanziellen Unterstützung stehe, die der Landkreis der Landesbühne jährlich gewährt. Laut Jikeli zahlt Vorpommern-Greifswald einen Jahreszuschuss von 250 000 Euro an das Anklamer Theater, was etwa einem Euro je Einwohner entspräche. Die 25000 Euro Zuschuss, die das Bühnenunternehmen von Usedom möchte, kämen 13,80 Euro pro Kopf der 1800-Einwohner-Kleinstadt gleich.

Bis zur nächsten Stadtvertretersitzung am 25. Juni soll die leidige Angelegenheit geklärt werden. Die Bürgerbefragung ist bis auf Weiteres ausgesetzt. Die meisten Usedomer hoffen auf einen positiven Ausgang dieses „Theaters“. Aber längst nicht mehr alle.

Ingrid Nadler

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