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Kultur Theaterreform: Regierungschef droht Kommunen
Nachrichten Kultur Theaterreform: Regierungschef droht Kommunen
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01:10 27.08.2014

Der Tonfall im Tauziehen um die Zukunft der Theater in MV wird rauer: Nachdem Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) im Koalitionsausschuss mit möglichen Theaterschließungen gedroht hat, ruft die Links-Fraktion im Landtag zu Protesten gegen die von Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) und dem Regierungschef vorangetriebene Theaterreform auf.

„Angesichts dieser Haltung des Ministerpräsidenten muss allen Beteiligten klar sein, dass nur der geballte Protest der kommunalen Ebene sowie aller Kulturschaffenden den kulturellen Kahlschlag noch verhindern kann“, sagte der Linke-Landtagsabgeordnete Torsten Koplin.

Die Regierungsfraktionen von SPD und CDU hatten am Montagabend im Koalitionsausschuss vereinbart, an der umstrittenen Reform festzuhalten und von den theatertragenden Kommunen Umstrukturierungen mit einem Einsparpotenzial im Millionenbereich zu verlangen.

Allein im Osten des Landes sollen ab dem Jahr 2020 durch eine Fusion des Theaters Vorpommern mit seinen Standorten in Stralsund, Greifswald und Putbus und der Theater und Orchester GmbH (TOG) in Neubrandenburg und Neustrelitz 5,8 Millionen Euro an Personalkosten eingespart werden.

Grundlage für die geplanten Veränderungen, die bei den Bürgerschaftsmitgliedern in Greifswald und Stralsund auf wenig Gegenliebe stoßen, ist ein knapp 120 000 Euro teures Gutachten der Münchener Unternehmensberatung Metrum. Demnach müssten bis 2020 am Theater Vorpommern und an der TOG 102 Stellen wegfallen, um das aus Sicht des Landes erforderliche Einsparvolumen zu schaffen.

Sellering bezeichnete das Gutachten gestern gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG als „eine gute Grundlage“ für die anstehenden Entscheidungen.

Pikant: Brodkorb hatte erst am Freitag zugeben müssen, dass sich die Unternehmensberater von Metrum darin um mehr als zwei Millionen Euro verrechnet haben. Zudem hält das Kultusministerium den Großteil des etwa 400 Seiten dicken Gutachtens unter Verschluss, während die Stadtvertreter, die vor Ort die Entscheidungen treffen müssen, mit einer dürren 82-Seiten-Variante abgespeist worden sind (die OZ berichtete).

Auch Sellering nannte die Theaterreform gestern „eine kommunale Aufgabe“. Allerdings sei das Land weiter dazu bereit, „in ganz erheblichem Maße zu helfen. Das setzt aber voraus, dass wir gemeinsam zu Ergebnissen kommen, die für beide Seiten tragbar sind.“ Der Regierungschef sprach von noch schwierigen Gesprächen. Sellering: „Am Ende wird jede Kommune sagen müssen, ob sie mitmacht. Und wenn nicht, muss sie wissen, dass dann faktisch das Aus für das eigene Theater droht.“

Die Kommunalpolitiker in Vorpommern kritisieren außerdem, dass an den Bühnen im Westen des Landes lediglich 37 Stellen wegfallen sollen, um so drei Millionen Euro einzusparen. Axel Hochschild, CDU-Fraktionschef in der Greifswalder Bürgerschaft, spricht von einer „offensichtlichen Ungleichbehandlung“.

Nachdem sich Rostock gegen jegliche Fusionsgedanken gewehrt hat, steht in Mecklenburg lediglich ein Zusammenschluss zwischen dem Staatstheater Schwerin und dem deutlich kleineren Haus in Parchim auf der Tagesordnung.

Neben Rostock haben auch Greifswald und Stralsund eine von Brodkorb verschickte Zielvereinbarung noch nicht unterzeichnet. Darin sollen sich die Städte mit den angestrebten Veränderungen einverstanden erklären. Geschieht dies bis zum Jahresende nicht, droht Brodkorb damit, zehn Prozent der fälligen Landeszuschüsse einzubehalten. Das Land gibt den Kommunen zur Theaterfinanzierung pro Jahr insgesamt 35,8 Millionen Euro. Dieser Betrag ist seit Jahren unverändert hoch.



Benjamin Fischer

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