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Theaterspiel vom Ende offener Gespräche

Greifswald Theaterspiel vom Ende offener Gespräche

Eine Studentin im Büro ihres Professors. Sie bezeichnet sich als zu dumm. Sie tue und lese alles, was verlangt wird, verstehe aber gar nichts, klagt sie. Ein Fall von Bildungsferne.

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Susanne Kreckel und Markus Voigt in „Oleanna“.

Quelle: Gunnar Luesch

Greifswald. Eine Studentin im Büro ihres Professors. Sie bezeichnet sich als zu dumm. Sie tue und lese alles, was verlangt wird, verstehe aber gar nichts, klagt sie. Ein Fall von Bildungsferne. Der Professor fühlt sich pädagogisch gefordert, zumal er Bildungstheoretiker ist. Gönnerhaft will er sich um die Unglückliche kümmern, tröstet sie. Seine Belehrungen eifern in professoral-eitle Höhen hinauf, helfen ihr aber nicht: Weil er höhere Bildung als Machtverhältnis, Ritual und Schikane in Frage stellt. Andererseits zieht er die Studentin, um sie aufzurichten, kumpelhaft ins Vertrauen. Doch am Ende des Theaterabends ist es andersherum: Nun ist es der Professor, der gar nichts versteht, während die Studentin ihn mit triumphierendem Zorn belehrt.

„Oleanna“ von David Mamet (64) hatte am Donnerstagabend im Greifswalder Rubenowsaal Premiere. Das Kammerspiel, 22 Jahre alt, beschreibt das Dilemma des damals aus den USA herüberschwappenden Begriffs „political correctness“, der auch hierzulande einerseits die Sensibilität für sexuelle und verbale Gewalt erhöhte, andererseits mit seinem missbrauchbaren Generalverdacht menschliche Beziehungen irritierte.

Davon handelt das Stück: Nach dem ersten Treffen mit dem Professor hat die Studentin dessen Verhalten als sexuelle Belästigung umgedeutet und eine Kommission bewogen, dessen geplante Berufung auf Lebenszeit zu stoppen. Am Ende hat sie ihn als versuchten Vergewaltiger verleumdet und treibt ihn derart zur Weißglut, dass er ausrastend auf sie einschlägt.

In der Regie von Sascha Löschner und Franz Burkhard verwickeln Markus Voigt als Professor John und Susanne Kreckel als Studentin Carol die Zuschauer überzeugend in dieses Knäuel aus Widersprüchen.

Geschickt reißen sie uns hin und her zwischen beiden Positionen — beide sind teils berechtigt und teils falsch. Denn sie stehen im falschen Rahmen.

In Stralsund ab 30. April, 20 Uhr, Gustav-Adolf-Saal.

 



Dietrich Pätzold

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