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Kultur Tod mit 28: Trauer um Avicii
Nachrichten Kultur Tod mit 28: Trauer um Avicii
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00:16 23.04.2018
Stockholm

Er galt als der Posterboy der neuen Elektromusik, als Pionier und Überwinder zugleich. Zu einer Zeit, als die Beats aus dem Club in den Mainstream gelangten, trug das Phänomen vor allem das scharf geschnittene Gesicht des Schweden Avicii.

Der DJ Avicii Quelle: Foto: Dpa

1989 als Tim Bergling in Stockholm geboren, fängt er mit 16 an zu mixen, mit 18 tourt er als DJ durch die Clubs. Nach vier Jahren erhält er die erste Grammy-Nominierung, eine weitere folgt 2012, für das kristalline „Levels“. Sein „Wake Me Up“ von 2013 steht lange auf Platz eins der am häufigsten gespielten Lieder auf Spotify.

Avicii – ein Freund hatte ihm den Tipp für diesen Künstlernamen gegeben, der sich von der tiefsten buddhistischen Hölle „Avici“ herleitet – befeuert die Elektromusik über Genregrenzen hinweg. In seinen Welterfolg „Levels“ von 2011 schneidet er Zeilen der Jazz-Sängerin Etta James, zu „Wake Me Up“ lässt er auch schon mal ein Banjo auf der Bühne spielen. So bunt wie seine Samples ist auch die Liste der Stars, mit denen er musiziert und produziert: Robbie Williams, Lenny Kravitz, Madonna, Jon Bon Jovi und David Guetta.

Das grenzenlos Umtriebige macht ihn aber auch krank. Auf seinen Touren um die Welt trinkt er zu viel. Elf Tage verbringt er Anfang 2012 in der Klinik, seine Bauchspeicheldrüse hatte sich entzündet.

Ein Jahr späten raten ihm Ärzte, seine Gallenblase sollte entfernt werden. Avicii aber produziert weiter, arbeitet an seinem ersten Album, „True“, einem Top-10-Erfolg in mehr als einem Dutzend Ländern. Im März 2014 entnehmen Ärzte dann dem damals 24-Jährigen den Blinddarm und die Gallenblase.

„In diesem Geschäft ist es schwer, Nein zu sagen“, erklärt er seine Rastlosigkeit. „Man will alles spielen und überall sein.“ 2016 verkündet er, nicht mehr live aufzutreten. Er wolle dort wieder Musik machen, „wo das alles am meisten Sinn ergibt“: im Studio. Im August 2017 erscheint eine neue EP mit sechs Stücken. „Avicii ist zurück“, heißt es in einer Kritik, „erfrischt und neu aufgeladen“.

Seine letzte Reise führte Avicii in den Oman. Am Freitag wurde er dort tot aufgefunden.

Jan Ludwig

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