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Kultur Trauer um Swing-Legende Coco Schumann
Nachrichten Kultur Trauer um Swing-Legende Coco Schumann
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00:05 30.01.2018

Berlin/München. Jazz-Gitarrist, Swing-Legende und KZ-Überlebender – der Musiker Coco Schumann ist verstorben. Schumann starb am Sonntag im Alter von 93 Jahren in Berlin, wie seine Plattenfirma Trikont gestern unter Berufung auf seine Familie in München bestätigt hat.

Mit seiner Band Coco Schumann Quartet feierte der Musiker internationale Erfolge. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte Schumann als einer der Ersten in Deutschland auf einer E-Gitarre.

Der 1924 geborene Heinz Jakob Schumann, wie er eigentlich hieß, war Sohn eines christlichen Vaters und einer jüdischen Mutter. Seinen Spitznamen Coco soll er von einer französischen Freundin bekommen haben, die seinen Vornamen nicht aussprechen konnte.

Schumanns Vater konvertierte aus Liebe zu seiner Frau zum Judentum. In frühen Jahren brachte sich Schumann Gitarre und Schlagzeug selber bei und trat noch als Minderjähriger mit Swing-Bands in Berliner Bars und Tanzlokalen auf.

1943 wurde Schumann denunziert und nach Theresienstadt ins Konzentrationslager deportiert, wo er als Mitglied der „Ghetto Swingers“ für die SS Konzerte geben musste. Im September 1944 kam er mit der Band in das Vernichtungslager Auschwitz, wo er mit den „Ghetto Swingers“ für Neuankömmlinge und beim Abmarsch der Arbeitskolonnen musizieren musste.

Nachdem er 1945 bei einem „Todesmarsch“ von den US-Truppen befreit worden war, blieb Schumann in Deutschland. Er trat unter anderem mit dem Jazz-Geiger Helmut Zacharias und dem Pianisten und Sänger Bully Buhlan auf, spielte im Radio und nahm Schallplatten auf. Im Jahr 1950 wanderte Coco Schumann mit seiner Familie nach Australien aus, kehrte allerdings vier Jahre später wieder zurück.

Schumanns Autobiografie „Der Ghetto-Swinger“ wurde 2012 als Musical an den Hamburger Kammerspielen aufgeführt.

OZ

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