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Kultur Treffpunkt Gartenlaube: Theater startet Heimat-Projekt
Nachrichten Kultur Treffpunkt Gartenlaube: Theater startet Heimat-Projekt
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23:59 18.04.2018
Elisa Müller und Max vom Künstler-Kollektiv „Institut für Widerstand im Postfordismus“ wollen von den Bewohnern aus Schönwalde wissen, was für sie Heimat bedeutet. Quelle: Christin Weikusat
Greifswald

Heimat ist ein Ort, an dem man geboren und aufgewachsen ist, oder ein Ort, an dem man sich durch einen ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt. „Ohne Heimat sein heißt leiden“, hatte einst der russische Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewski gesagt. Doch was bedeutet der Begriff in den Plattenbauvierteln Schönwalde I und II? Welche Träume und Ängste haben die Bewohner und wie stellen sie sich ihre Zukunft vor?

Sehnsucht nach GemeinschaftDiesen Fragen will das Theater Vorpommern unter dem Motto „Heimat hoch 3“ zusammen mit dem Berliner Kunst-Kollektiv „Institut für Widerstand im Postfordismus“ und der Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) Mecklenburg-Vorpommern nachgehen. Dafür wurde in der vergangenen Woche in Schönwalde II eine Gartenlaube zwischen dem Penny-Markt und dem Schönwalde-Center aufgestellt. Anwohner können dort ihre Geschichten zu den Stadtvierteln erzählen, wie sich die Viertel verändern haben und was sie sich für die Zukunft wünschen. „Wir haben nach einer Möglichkeit gesucht, wie man sich besser kennenlernen kann“, sagt Elisa Müller vom Künstler-Kollektiv, die mit einer Gartenlaube etwas Heimisches verbindet. Noch ist diese im Inneren kahl. Das soll sich bald ändern. „Wir wollen die Gartenlaube mit den Geschichten der Anwohner schmücken“, sagt Max, der seinen Nachnamen nicht verraten möchte. Das Mitglied des Künstler-Kollektivs ist schon mit den ersten Schönwalde-Einwohnern in Kontakt gekommen. Eines ist ihm sofort aufgefallen: „Die Menschen hier haben große Sehnsucht nach einer Gemeinschaft und einem Treffpunkt.“ Zwar würden sich einige Bewohner immer nachmittags beim Bäcker im Schönwalder-Center treffen, „aber der hat sonntags geschlossen. Es fehlt einfach nach einem Ort, an dem sich die Menschen immer treffen können.“

Schönwalde besser kennenlernenDas bestätigte auch eine Einwohnerumfrage aus dem vergangenen Jahr. Zwar lebt der Großteil der Anwohner gern in Schönwalde II, allerdings würden kleine Treffpunktmöglichkeiten fehlen (OZ berichtete). Auch an einer eigenen Internetseite wären die Anwohner interessiert, so Müller. Wenn die Geschichten der Anwohner zusammengetragen sind, will das Kollektiv diese auf einer Internetseite veröffentlichen. „Dazu soll es auch einen Stadtplan mit Kennzeichnungen von Orten und Plätzen zu den Geschichten geben.“ Nicht nur Einwohner, sondern auch Viertel-Interessierte sollen mit dieser Karte, die es auch analog geben soll, die Stadtgebiete besser kennenlernen, so Müller. Zusammen mit einer Gruppe bestehend aus vier, fünf Leuten werden Max und Müller Kaffee und Kuchen in der Gartenlaube servieren und die Anwohner aktiv ansprechen. Zuhören und gehört werden liegen bei diesem Projekt nah bei einander. Bisher sind die Menschen noch etwas skeptisch. „Manchmal sagen die Leute, dass sie keine Zeit hätten, weil sie zum Arzt müssen. Dann fangen sie aber doch an, von dem Viertel zu erzählen, sagen dann aber wieder, dass sie weiter müssen“, sagt Max. Noch bis Juni wird die Gartenlaube in Schönwalde stehen. So wird es zumindest temporär noch einen Treffpunkt für die Anwohner in Schönwalde geben.

Christin Weikusat

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