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Kultur „Und tschüs“ – Harry Rowohlts letzte Briefe
Nachrichten Kultur „Und tschüs“ – Harry Rowohlts letzte Briefe
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00:00 12.10.2016

. Jede Seite ist ein bisschen wie eine kleine Ode an ein in Vergessenheit geratenes Handwerk. Nicht nur, weil Harry Rowohlt Briefe mit der Schreibmaschine zu verfassen pflegte, sondern schlicht, weil er sich die Zeit nahm, persönliche Schreiben zu formulieren. Und selbst in kurzen Sätzen lässt er seiner Liebe für Sprache freien Lauf. Mehr als ein Jahr nach dem Tod des Übersetzers, „Lindenstraßen“-Penners und Pu-der-Bär-Fans im Juni 2015 ist nun der Band „Und tschüs. Nicht weggeschmissene Briefe III“

Buchcover von Harry Rowohlt Quelle: Rowohlt

erschienen.

Darin zu finden sind „Ergebenheitsadressen“ an Veranstalter, Briefe an Freunde, aber auch Antwortschreiben an ein 13-jähriges Mädchen und ein Briefwechsel mit Joachim Gauck zu einer Zeit, als der noch für das Amt des Bundespräsidenten kandidierte. Rowohlt macht Journalisten auf Fehler aufmerksam – und auch darauf, dass er wenig von ihnen hält: „Wenn 200 Menschen in einer Lesung sitzen, wissen 199, warum sie da sind. Der eine, der mit null Checkung im Wachkoma auf dem Schlauch steht, berichtet anschließend für die Presse darüber.“

In den Texten wimmelt es von Sätzen, die sich einbrennen. Meist dann, wenn Rowohlt sich ärgert oder seiner Missstimmung freien Lauf lässt: „Theater sind für mich Stätten namenlosen Elends“, „Autogrammjäger sind die niedrigste Form menschlichen Lebens und haben außer unserem Mitleid auch Strafe verdient“. Auch manche Auftritte scheinen ihm negativ in Erinnerung geblieben: „Bevor ich noch mal eine Lesung in Baden-Baden abhalte, hänge ich lieber im Kosovo tot überm Zaun.“

Wie Herausgeberin Mikula im Vorwort sachlich festhält, ist es nicht mehr möglich, eines der unverwechselbaren Schriftstücke zu erhalten. Nach den ersten zwei Bänden „Nicht weggeschmissener Briefe“ – beide noch zu Rowohlts Lebzeiten erschienen - dürfte die dritte Sammlung die letzte sein. Oder auch nicht? Noch vor dem Inhaltsverzeichnis heißt es: „Leider konnten nicht sämtliche Briefautoren ausfindig gemacht werden. Sie werden gebeten, sich beim Verlag zu melden.“ Marco Krefting

OZ

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