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00:05 29.03.2016
Heike Makatsch als Hauptkommissarin Ellen Berlinger. Quelle: SWR

Heike Makatsch ist eine gute Schauspielerin, keine Frage. Viele fragten sich: Wie würde sie sich als Tatort-Kommissarin schlagen? Nicht gerade eine Rolle für sie, auf die man auf Anhieb kommen würde.

Fazit: Sie hat es gut gemacht. Dass der erste Freiburger Tatort kein Glanzstück wurde, lag nicht an ihr, sondern an der eher schwachen Story.

Ellen Berlinger kommt direkt aus der Weltmetropole London in ihre Heimat zurück, ist schwanger, versucht vergeblich, wieder Kontakt zu ihrer Mutter zu knüpfen, sieht zum ersten Mal seit langem ihre 15-jährige Tochter Nina wieder. Und sie schlägt sich im Grunde allein durch den Fall. Ein bisschen viel auf einmal, was der Figur da aufgebürdet wird.

Die Idee, Freiburg mal von einer anderen, düsteren Seite zu zeigen, ist ja interessant. Auch hier gibt es Gentrifizierung und Armut gleich neben beschaulicher Gutbürgerlichkeit. Aber bei der Umsetzung hapert es. Dass ein Mitarbeiter des Jobcenters erdrosselt wird, wirkt unglaubwürdig, der fiese Miethai Rüdiger Fest, der die Leute aus den Wohnungen vergrault, entspringt einem Klischee, ebenso wie der entmietete Herr Kurani, ein verwirrter Hausgeist mit Dialekt, „rausgeschmisse wie ein Viech“.

Wir wissen jetzt, dass es „Bio-Kiffen“ gibt, die Rauschwirkung durch das Wegdrücken von Luft, bis eine kurze Ohnmacht eintritt. Aber dieser Zeitvertreib der Mädchenclique, die dem Tatort seinen Titel gibt, hat keine Funktion für die Story, bleibt reiner Effekt. Dass die verzweifelte Mieterin Cornelia Mai aus dem Fenster springt und dabei auf der Straße die schwangere Kommissarin trifft, ist wirklich ein ganz besonderer „Zufall“.

Sollte es einen zweiten Freiburger Tatort mit Heike Makatsch geben, dann hoffentlich mit einer überzeugenderen Story.

OZ

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