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Urteil: Manuskripte von Kafka gehören Israel

Jerusalem Urteil: Manuskripte von Kafka gehören Israel

Nach jahrelangem Rechtsstreit gehen wertvolle Briefe des Schriftstellers Franz Kafka (1883-1924) endgültig an Israels Nationalbibliothek.

Jerusalem. Nach jahrelangem Rechtsstreit gehen wertvolle Briefe des Schriftstellers Franz Kafka (1883-1924) endgültig an Israels Nationalbibliothek. Dies entschied das Höchste Gericht in Jerusalem in letzter Instanz. Die Israelin Eva Hoffe scheiterte damit zum dritten Mal mit ihrer Darstellung, sie und ihre Nichten seien rechtmäßige Erbinnen des kostbaren Nachlasses des Schriftstellers Max Brod.

Der deutschsprachige jüdische Autor Kafka hatte vor seinem Tod 1924 seinen Freund Brod gebeten, seine Werke zu verbrennen. Dieser brachte sie jedoch zur Veröffentlichung und Kafka errang Weltruhm.

Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten 1939 aus Prag nahm Brod in einem Koffer die Werke seines Freundes mit nach Palästina.

Brod vererbte Kafkas Werke seiner Sekretärin und Lebensgefährtin Esther Hoffe und wies sie an, die Manuskripte der Hebräischen Universität in Jerusalem, der Stadtbibliothek in Tel Aviv oder einer anderen Organisation in Israel oder im Ausland zu überlassen. Hoffe, die 2007 starb, vermachte den Nachlass wiederum ihren Töchtern. Das Erbe gewann im Laufe der Jahrzehnte an Wert. In dem 2009 gestarteten Prozess forderte der Staat Israel schließlich sämtliche Dokumente Kafkas zurück und argumentierte, dies sei Brods letzter Wille gewesen. In dem Urteilsspruch hieß es nun, Brod habe nicht gewollt, dass Kafkas Schriften „an den Höchstbietenden verkauft“ würden, sondern dass sie einen „angemessenen Platz in einer literarischen und kulturellen Institution“ fänden.

Die Nationalbibliothek in Jerusalem begrüßte die abschließende Gerichtsentscheidung. „Dies ist ein Freudentag für alle Kulturliebhaber.“ sagte der Vorstandsvorsitzende David Blumberg.

OZ

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