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Vater, Mutter und zwei Kinder auf dem Weg zum Drogendeal

Vater, Mutter und zwei Kinder auf dem Weg zum Drogendeal

„Wir sind die Millers“ — ein Roadmovie mit Jennifer Aniston und Jason Sudeikis: Als Urlauber getarnt reisen vier chaotische Wesen zum Marihuana-Kartell nach Mexiko.

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Schrecklich nette Familie (v. l.): Jennifer Aniston als Rose, Will Poulter als Kenny, Emma Roberts als Casey und Jason Sudeikis als David.

Quelle: Fotos: dpa

Die Millers sind eine äußerst schräge Familie. Kein Wunder, in Wirklichkeit kennen sich David und Rose, die sich als die Eltern vorstellen, kaum. Sie haben sich zwei Heranwachsene an die Seite geholt — auch die Geschwister Casey und Kenny sind sich aber eigentlich fremd. Für Geld und gute Worte gaukeln die vier eine amerikanische Familienidylle im riesigen Wohnmobil vor. Als biederer Familienclan wollen die Millers Drogen aus Mexiko in die Vereinigten Staaten schmuggeln.

Und das kam so: Der kleine Marihuana-Dealer David, dargestellt von Jason Sudeikis (37), steckt in einer mächtigen Klemme. Weil er ein paar Teenagern zur Seite sprang, wird er von drei üblen Punks angegriffen, die ihm sein Geld und seine Ware abnehmen. David hat somit umfangreiche Schulden bei seinem Lieferanten Brad (Ed Helms), die er irgendwie abtragen muss — sonst lässt ihn der großspurigen Großdealer über die Klinge springen.

David wird vom Klein- zum Großkrimniellen — er soll einen gefährlichen Schmuggel durchführen. Dazu will er sich — wie geschildert — als harmlosen Urlauber tarnen. Seine Nachbarin Rose (Jennifer Aniston) ist ihren Stripper-Job satt. Zur Abwechslung will sie nun Gattin und Mutter spielen. Auf der Straße greifen sie die Ausreißerin Casey (Emma Roberts) auf. Zum Familienglück fehlt nur noch Bruder Kenny, ein scheuer, unbeholfener Teenager (Will Poulter).

Rose tauscht den G-String und die platinblonde Stripper-Perücke gegen bunte Caprihosen und einen blonden Pferdeschwanz ein. David trimmt die Haare auf aalglatt, Casey legt den Nasenring ab. Auf geht‘s in die Campingferien nach Mexiko. Da freut sich der Zuschauer bereits auf das kommende Chaos. Das ist unausweichlich, denn beim Kartellboss in Mexiko werden den Millers letztlich ganze zwei Tonnen Marihuana in ihr Luxus-Wohnmobil geladen.

„Wir sind die Millers“ entwickelt sich nicht zur Familien-Komödie, sondern zum vulgären Roadtrip, der gelegentlich voll unter die Gürtellinie geht. Mutter Miller legt einen flotten Striptease hin, um die wütenden Drogenbarone abzulenken. Die 44 Jahre alte Jennifer Aniston macht dabei eine sehr gute Figur, wagt aber nur halbe Sachen. Auf völlig nackte Haut lässt sich Hollywoods neues Bad Girl nicht ein. Dafür lässt der unbedarfte Kenny die Hosen fallen, als eine Tarantel in seine Weichteile beißt. Kein schöner Anblick.

Der US-amerikanische Regisseur Rawson Marshall Thurber, der vor drei Jahren mit „The Mysteries of Pittsburgh“ aufgefallen war und der 2004 die durchaus witzige Erstlingskomödie „Voll auf die Nüsse!“

vorstellte, trägt dick auf. Nach und nach verflachen die „Millers“ aber zu einer anzüglichen und auch einigermaßen vorhersehbaren Farce.

Mit vulgärem Humor werden Klischees von korrupten Polizisten und Spießbürgern breitgetreten. Gleich vier Drehbuchautoren — Steve Faber und Bob Fisher („Die Hochzeits-Crasher“), Sean Anders und John Morris („Hot Tub — Der Whirlpool... ist ‘ne verdammte Zeitmaschine!“) — mühen sich mit oft absurden Dialogen ab.

Die Autoren belassen es nicht konsequent beim kruden Humor. Sie geben noch eine deftige Portion Herz und Tiefgang dazu. Denn am Ende wünscht sich die Scheinfamilie natürlich nichts sehnlicher, als eine echte Familie zu sein.

Würde man die „Miller“-Höhepunkte zusammenschneiden, käme man bestimmt auf eine Viertelstunde spaßige Situationskomik. Doch auf einer Laufzeit von 110 Minuten zieht sich das Roadmovie quälend in die Länge.

Jason Sudeikis und Jennifer Aniston, die sich bereits von den Komödien „Kill the Boss“ und „Der Kautions-Cop“ kennen, hatten zumindest bei den Dreharbeiten richtig Spaß. Im Abspann des Films laufen herausgeschnittene Szenen mit Versprechern, Gags und Improvisation. Mehr von dem spontanen Talent der beiden Comedy-Stars hätte den „Wir sind die Millers“ bestimmt gut getan.

„Wir sind die Millers“, USA 2013, ab 12 Jahren, 110 Minuten, Regie: Rawson Marshall Thurber, mit Jennifer Aniston, Jason Sudeikis, Emma Roberts, Will Poulter. In Rostock, Wismar, Greifswald, Stralsund, Neubrandenburg, Schwerin, Bergen

 

Barbara Munker

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