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Vereine klagen: Fördergeld für die Kultur kommt zu spät

Rostock Vereine klagen: Fördergeld für die Kultur kommt zu spät

Ein Großteil des Geldes wird erst in der zweiten Jahreshälfte überwiesen / Probleme bei der Planung / Auch Kultusminister Brodkorb wünscht sich weniger Bürokratie

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Es wäre schön, wenn der Landtag mir die Mög- lichkeit geben würde,die Bürokratie abzubauen.“Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD)

Rostock. Die freien Kulturträger in MV klagen über eine schleppende Auszahlung der Fördermittel vom Land. Oft kämen die Bescheide und auch das Geld nicht rechtzeitig, um damit zuverlässig für die Saison planen zu können. Das Resultat: Frust und Verunsicherung bei vielen Vereinen.

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Ein Großteil des Geldes wird erst in der zweiten Jahreshälfte überwiesen / Probleme bei der Planung / Auch Kultusminister Brodkorb wünscht sich weniger Bürokratie

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„Das Geld fließt relativ zögerlich“, sagt Ralph Kirsten, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft freier Kulturträger in MV. „Das führt zu Liquiditätsengpässen und dazu, dass zu Jahresbeginn kaum große Projekte umgesetzt werden können.“

Die Grünen im Schweriner Landtag hatten zu dem Thema eine Kleine Anfrage an Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) gerichtet. „Von den insgesamt elf Millionen Euro für die kulturelle Projektförderung in diesem Jahr waren Ende Mai lediglich 1,1 Millionen ausgezahlt – also nur zehn Prozent der Gesamtsumme und damit so wenig wie seit Jahren nicht“, sagt die kulturpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Ulrike Berger.

Für fast vier Millionen Euro sei die Verwendung noch gar nicht festgelegt gewesen. „Seit Jahren behindern die langen Bearbeitungszeiträume die Arbeit von Musikschulen, freien Theatern und anderen Kulturprojekten“, kritisiert Berger. Das bringe viele Träger an den Rand ihrer Existenz. „Sie müssen viele Monate Mieten, Honorare und andere Kosten vorfinanzieren, ohne die genaue Förderhöhe und den Zeitpunkt der Zahlung zu kennen.“

Manche Träger müssten Kredite aufnehmen, um Aufschub bei Mietzahlungen bitten oder könnten ihre Beschäftigten nicht bezahlen. „Das kann so nicht weitergehen“, forderte Berger.

Beispiel Künstlerhaus Schloss Plüschow (Nordwestmecklenburg): Dort flatterte der Förderbescheid vor einem Monat ins Haus. „Das erste Geld kam dann am 29. Juli“, sagt Leiterin Miro Zahra. „Aber wir arbeiten ganzjährig und die Kosten fallen regelmäßig an. So mussten wir uns ein halbes Jahr aus Rücklagen finanzieren. Dabei sind viele unbezahlte Rechnungen liegengeblieben.“

Der bürokratische Aufwand für den Förderantrag stehe in keinem Verhältnis zum erhaltenen Geld, klagt Zahra. „Das bindet Arbeitskraft, die uns bei der eigentlichen Kulturarbeit fehlt.“ Das Künstlerhaus habe schon an mehreren Förderprogrammen von EU und Bund teilgenommen, „aber so etwas wie derzeit in MV habe ich noch nie erlebt“, meint die Künstlerin.

Das Literaturhaus Uwe Johnson in Klütz (Nordwestmecklenburg) hat laut Anja-Franziska Scharsich vom Förderverein seine Förderung im Mai bekommen. „Bei uns ist im Sommer sehr viel los. Da ist es nicht schön, wenn man sich auch noch mit dem Förderantrag beschäftigen und dazu Angst haben muss, dass er vielleicht nicht bewilligt wird.“ Es bestehe die Gefahr, dass Verträge mit Künstlern nicht unterschrieben oder Projekte verschoben werden müssten. „Wenn das Geld schon zu Jahresbeginn käme,würde das Sicherheit bringen“, betont Scharsich.

Minister Mathias Brodkorb zeigt Verständnis für die Träger: „Wir sind damit auch nicht gerade glücklich. Vor allem für kleine Vereine bedeuten die Fördermittelanträge einen großen Aufwand.“ Auch er würde sich ein schnelleres, unbürokratischeres Verfahren wünschen, betont Brodkorb.

Aber er sei an die Landeshaushaltsordnung gebunden. Die schreibe unter anderem vor, dass Fördermittel innerhalb von zwei Monaten verbraucht werden müssen. Wer also eine ganzjährige Förderung haben will, muss insgesamt sechs Anträge stellen.

„Ich würde es begrüßen, wenn der Landtag mir die Möglichkeit geben würde, die Bürokratie abzubauen“, bekennt der Minister. So könne er sich vorstellen, dass etwa die Beantragung von Beträgen bis 20000 Euro deutlich vereinfacht würde und bei kleinen Fördersummen die Vereine auch die anfallenden Zinsen behalten dürfen.

Axel Büssem

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