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Kultur Verlag will weiterhin Werke von Ex-Akademiemitgliedern publizieren
Nachrichten Kultur Verlag will weiterhin Werke von Ex-Akademiemitgliedern publizieren
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15:32 04.05.2018
Jo Lendle, Chef des Carl Hanser Verlags, versichert, an den Publikationsplänen mit zwei Ex-Mitgliedern der Schwedischen Akademie festzuhalten. Quelle: dpa
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Berlin

Der Carl Hanser Verlag hält trotz des Skandals um den Literaturnobelpreis an seinen Publikationsplänen mit Katarina Frostenson und Sara Stridsberg fest. „Beide Autorinnen haben wir wegen der Schönheit ihrer Gedichte und ihrer Prosa im Programm, nicht, weil sie als wichtige Schriftstellerinnen in die Schwedischen Akademie gewählt wurden“, sagt Verlagschef Jo Lendle dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Frostenson hatte die Schwedische Akademie, die den Preis verleiht, wegen der Missbrauchsvorwürfe gegen ihren Mann verlassen müssen, Stridsberg hatte zuvor aus Protest gegen den Umgang mit dem Skandal das Gremium verlassen.

„Branche steht da wie ein Kind, das erfährt, dass Weihnachten ausfällt“

Lendle bedauert, dass in diesem Jahr kein Literaturnobelpreis verliehen werden wird. „Die Buchbranche steht da wie ein Kind, dem man mitteilt, dass Weihnachten abgesagt ist“, sagte er dem RND. Der Preis rücke regelmäßig ein Werk ins Licht und stoße Gespräche über Autoren und Bücher an, sagt der Verleger. „Die Wahl zu diskutieren, sich zu freuen oder aufzuregen bereitet Lesern und Kritikern ebenso viel Freude wie Verlegern.“ Das fehle in diesem Herbst.

Trotzdem findet Lendle die Entscheidung der Akademie richtig. „Der Preis muss langfristiger denken als für ein Jahr, die Akademie muss sich Zeit nehmen, die Vorwürfe aufzuklären und sich eine neue Ordnung zu geben“, sagte der dem RND. In diesem Jahr wäre seiner Ansicht nach eine Preisverleihung von den Vorgängen überschattet gewesen. „Die Entscheidung, die Auszeichnung 2019 rückwirkend zu verleihen, ist klug – es gibt so viele preiswürdige Autorinnen und Autoren, dass die Literatur eher mehr Nobelpreisvergaben braucht als weniger.“

Von RND

Nach Missbrauchsvorwürfen und weiteren Skandalen hat sich die Schwedische Akademie entschieden, den Literaturnobelpreis in diesem Jahr nicht zu vergeben. Die Pause bietet die Chance, sich auch inhaltlich neu zu bestimmen, meint Nina May.

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