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Vers-Epos: Fri sall he sien!

Schwerin Vers-Epos: Fri sall he sien!

„Kein Hüsung“ feierte Premiere im Schweriner Theater

Schwerin. Die Niederdeutsche Bühne am Mecklenburgischen Staatstheater wurde 1926 gegründet, 1946 bekam sie den Namen des mecklenburgischen Literaten Fritz Reuter verliehen – Anlass, um in der Spielzeit 2016/17 diese Jubiläen zu feiern. Den Auftakt machte Freitag das Schauspiel „Kein Hüsung“ nach dem Versepos des Namenspatrons der Reuter-Bühne. Reuter selbst nannte die tiefernste Dichtung sein „Bestes“. Erzählt wird die tragische Geschichte von Jehann (Jens Tramsen) und Marik (Stefanie Fromm), oll Daniel (Klaus Engeroff) und oll Brand (Rudolf Korf) aus Sicht des gealterten Jehann (Andreas Auer).

In einem mecklenburgischen Dorf, in dem der Gutsherr (Christoph Reiche) das Sagen hat, leben Jehann und Marik. Sie lieben sich, erwarten ein Kind und wollen heiraten. Dafür brauchen sie „Hüsung“ – einen sogenannten Heimatschein, dessen Gewährung vom Wohlwollen des Gutsherrn abhängt. Da Marik sich ihm verweigerte, bekommt Jehann kein Hüsung und Marik bleibt nur die „Schande“ einer ledigen Mutter. Als der Gutsherr für sein krankes Pferd nach einem Doktor schickt, aber nicht für den sterbenden oll Brand, scheint Jehann an seiner hilflosen Wut schier zu ersticken – ein Schlag mit der Reitpeitsche führt zur Gegenwehr: Jehann ersticht im Affekt den Gutsherrn. Er flieht, ohne Marik, die, nachdem man ihr ihren Sohn nehmen will, ins Wasser geht. Nach zehn Jahren kommt Jehann wieder ins Dorf – um seinen Sohn zu holen.

„Fri sall he sien!“ fordert er für seinen Sohn – wenn nicht im alten Vaterland, dann in einer neuen Heimat jenseits des Ozeans. In der spannenden, überzeugenden Regie von Bernd Reiner Krieger – ergänzt von einer stimmigen Ausstattung – bekommt die Inszenierung dank der glaubhaft agierenden Darsteller eine außerordentliche Faszination. Das gern beschworene Bild vom beschaulichen Landleben in der guten alten Zeit bekommt bei dieser Aufführung nicht nur Risse – es liegt am Ende in Stücken vor den Zuschauern. Karin Gustmann

Nächste Vorstellung: 3. Dezember, 19.30 Uhr, E-Werk Schwerin

OZ

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