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Vesper: „Schreiben ist wie Atmen“

Göttingen Vesper: „Schreiben ist wie Atmen“

Neustart im Rentenalter – Autor wurde für ersten Roman „Frohburg“ geehrt

Göttingen. . Sein Roman „Frohburg“ war die Überraschung des Bücherfrühlings: Das mehr als 1000-seitige Werk verwebt persönliche Erlebnisse, Reflexionen und Anekdoten mit der deutsch-deutschen Geschichte. Für sein beeindruckendes Panorama erhielt Guntram Vesper (Foto) im März den Preis der Leipziger Buchmesse. Der Göttinger Schriftsteller, der am 28. Mai den 75. Geburtstag feiert, schlägt in „Frohburg“ einen neuen Ton an. In den 1960er Jahren war er furios als Lyriker und Verfasser lyrischer Prosa gestartet. Seitdem veröffentlicht er kontinuierlich Gedichte, Erzählungen und Hörspiele, zuletzt weitgehend unbeachtet vom Literaturbetrieb.

Jetzt ist Guntram Vesper auf einmal ein Star. Einerseits genießt er die Aufmerksamkeit für sein Werk, andererseits betrachtet er den Trubel mit ironischer Distanz. Etwa 50 Lesungen stehen in diesem Jahr an, erzählt er in seinem mit Bücherregalen vollgestellten Haus in Göttingen. Wenn Vesper erzählt, ist sein sächsischer Tonfall unüberhörbar. Dabei verließ er mit 16 Jahren seine Heimat Frohburg, eine Kleinstadt südlich von Leipzig. „Meine Eltern, mein Bruder und ich waren dieses Doppelzünglertum leid.“ Mit leuchtenden Augen spricht Vesper davon, wie er im Westen Bücher verschlungen und Kultur aufgesogen hat. Auf der documenta II in Kassel schrieb der Schüler 14 Gedichte ins Programmheft, die er Jahrzehnte später veröffentlichte.

Trotz des Neuanfangs war die sächsische Heimat immer präsent: Im Internat im hessischen Friedberg, wo er seine spätere Ehefrau Heidrun kennenlernte, heftete er Ansichtskarten seiner Heimatstadt und ein Familienfoto aus dem Jahr 1870 an den Schreibtisch. In Göttingen studierte Vesper zunächst Medizin, entschied sich dann aber für das „Schreibtischleben“ – „aus Liebe zu den Büchern, zur Literatur“.

OZ

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