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00:08 14.05.2018
Victor Soos, Student an der Lübecker Musikhochschule, am Sonnabend bei seinem Konzert im Theater Putbus. Quelle: Foto: Klaus Möbus
Putbus

Victor Soos, Jahrgang 1996 und als junger Pianist bereits auf bestem Wege, machte seinem Publikum am Sonnabend im Theater Putbus das Vergnügen eines bemerkenswert anspruchsvollen Klavierabends. Wer Beethovens Klaviersonate op. 10 Nr. 3, die 18 Charakterstücke der „Davidsbündlertänze“, op. 6 von Schumann und Sergej Prokofjews 7. Klaviersonate op. 83 auf sein Programm setzt, tut das nicht von ungefähr. Aber Soos muss sich da nicht zurückhalten. Er ist vielfacher Bundespreisträger von „Jugend musiziert“, war Jungstudent, ist inzwischen schon einigermaßen preisverwöhnt und kann auf eine achtunggebietende Anzahl nationaler wie internationaler Auftritte verweisen. Momentan ist er Student an Lübecks Musikhochschule. Und für sie legt er Ehre ein. Mit einem Klavierspiel, das hohen technischen Standard und ausgeprägtes Gestaltungsvermögen verbindet, sich stilistisch unterschiedlichen Spiel- und Ausdrucksweisen anzupassen weiß und – kaum zu überschätzen – sehr von offensichtlicher Musizierfreude lebt.

Dominierend ist auch der Eindruck hoher Affinität zu einem Instrument, das etwa für die auch als glänzende Pianisten bekannten Beethoven, Schumann und Prokofjew zum entscheidenden Medium kompositorischer Tätigkeit wurde. Das war gut für einen mit energischer Lebendigkeit, spielerischer Leichtigkeit, aber auch Herzenswärme (Largo!) präsentierten Beethoven, dem der charakteristische Kontrastreichtum und die stets prägende „Arbeit“ mit dem musikalischen Material dennoch nie fehlten.

Für Prokofjews in schwierigster Zeit (1942) geschriebene Sonate galt dies noch potenziert: bewiesen in hämmernder Motorik, radikaler Harmonik und überbordender, allerdings auch zarteste Töne nicht meidender Leidenschaftlichkeit.

Soos hatte das alles sehr überzeugend „drauf“, ebenso wie die auf gänzlich andere Art höchste Ansprüche stellenden Schumannschen Miniaturen. Ihm gelangen sie als Kompendium pianistisch aufs Feinste gestalteter, dynamisch unglaublich differenziert und sehr persönlich, ja intim gehaltener Klaviermusik. Da hätte der seinerzeit junge und unsterblich in seine Clara verliebte Schumann wohl größte Freude daran gehabt. Und so hatten die Zuhörer im Theater Putbus sie. Heftiger Beifall!

Ekkehard Ochs

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