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00:00 23.06.2016
Spricht für sich: das Foto des Künstlers Lars Heidemann ohne Titel aus der Serie „Hinterland“ (2016) Quelle: Lars Heidemann

Der Untertitel der Schau ist gewollt doppeldeutig gehalten: „Fotografie aus Mecklenburg-Vorpommern“ – damit sind nicht immer die auf den Fotos gezeigten Orte gemeint, sondern eher Herkunft und auch die Arbeitsumgebung der ausstellenden Fotografen. Beteiligt sind zehn Künstler aus Mecklenburg-Vorpommern, unter ihnen Tim Kellner, Kirk Sora und Gerhard Stromberg.

„Positionen zur Landschaft“ heißt eine neue Ausstellung im Kunstverein zu Rostock – in der Galerie Amberg 13.

Besonders beeindruckend sind zwei großformatige Arbeiten von Gerhard Stromberg, die in Italien und Frankreich entstanden sind. Sie heißen „Salz (Guerande I“) sowie „Reis (Torre Beretti II)“ und sind Teil einer größeren Serie, in der sich der Künstler die Produktion von Nahrungsmitteln zum Thema macht, in diesem Fall also Reis und Salz. „Ich habe dazu besonders in Europa und in Indien fotografiert“, sagt Stromberg dazu. Die menschenleeren Landschaften wirken fast dreidimensional, dazu wurde Pigmenttinte auf Baumwollpapier und Aluminium-Verbundplatte aufgetragen.

Der Fotograf Tim Kellner hat sich mit einer Arbeit des britischen Konzeptkünstlers Victor Burgin auseinandergesetzt. Das Foto heißt „An Invisible Hole“ und setzt eine Idee von Burgin um: ein mit Spiegelscheiben ausgekleidetes Erdloch, das durch diesen verblüffenden optischen Effekt unsichtbar wirkt. „Victor Burgin hat ja nur die Ideen geliefert, seine Art von Kunst“, erläutert Tim Kellner.

Er liefert nun „die Fotografie einer Installation“. Von der Fotografie entfernt hat sich der Künstler Kirk Sora, der den Betrachter fragt: „Ist das überhaupt noch Fotografie?“ Sein ausgestelltes Werk, das eher wie Malerei wirkt, lässt diese Frage unbeantwortet. Der Fotograf liefert auch eine ganz andere Definition des Landschaftsbegriffs. „Landschaft ist auch eine Herangehensweise an ein Thema“, sagt Sora.

Andre van Uehm arbeitet auch mit Retuschen, so wirkt sein Werk „Die Kraniche sind anderswo“ sehr reduziert. Barbara Kinzelbach, die eigentlich Grafikerin ist, zeigt mit ihren Aufnahmen „Salzsee, Südtunesien 1+2“ verfremdet wirkende Landschaftsaufnahmen, die in ihrer Vereinfachung auch ihre grafische Handschrift tragen.

Der Fotograf Volkmar Herre bedient sich einer noch älteren Technik, der Camera obscura nämlich. Herre begibt sich mit seiner Darstellung des Rügener Kreidefelsen zudem ein bisschen auf die Spuren der Romantiker. Knut Wolfgang Maron stellt 39 Polaroid-Fotografien aus, die zwischen 1992 bis 2005 in Mecklenburg-Vorpommern entstanden sind. Die in den vierziger Jahren entwickelte Schnellfotografie ist inzwischen längst aus unserem Alltag verschwunden, sie bietet aber immer noch eine besondere Ästhetik, denn die allmählich verblassenden Polaroid-Farben lassen die gezeigten Landschaften eigentümlich vergilbt wirken. Und natürlich sind auch weitere Motive aus Mecklenburg-Vorpommern vertreten, unter anderem hat Lars Heidemann seine Motive in Rostock gesucht, Heiko Krause in Greifswald und Basepohl.

Also sind nicht nur die Motive in dieser Ausstellung sehr unterschiedlich, auch die Handschriften der beteiligten Künstler und die verwendeten Techniken. Denn: „Wir wollen mit dieser Ausstellung auch einen Streifzug durch alle Techniken unternehmen, die die Fotografie so bietet“, sagt Thomas Häntzschel, er ist der Vorsitzende des Kunstvereins zu Rostock und selbst Fotograf. „So eine Ausstellung hab’ ich mir schon immer gewünscht“, sagt Häntzschel. Also kann der kunstinteressierte Besucher was über die technische Seite der Fotografie lernen – von der Lochkamera über Polaroid und Cyanotypie bis hin zur hochaufgelösten Digitalfotografie.

Die ausstellenden Künstler

Die Ausstellung „Positionen zur Landschaft“, Fotografie aus Mecklenburg-Vorpommern, in der Rostocker Galerie Amberg 13 ist bis zum 24. Juli zu sehen. In der Schau werden Werke von Ramona Czygan, Lars Heidemann, Volkmar Herre, Tim Kellner, Barbara Kinzelbach, Heiko Krause, Knut Wolfgang Maron, Kirk Sora, Gerhard Stromberg und Andre van Uehm gezeigt. Die Schau ist jeweils dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Thorsten Czarkowski

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