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Kultur Vokale und instrumentale Kostbarkeiten
Nachrichten Kultur Vokale und instrumentale Kostbarkeiten
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00:01 25.09.2017

Masse allein macht es kaum, ebenso wenig lediglich großer Aufwand; und auch die ambitioniertesten Zielsetzungen garantiert nicht a priori den Erfolg. Wie schön ist es also, dass Bedeutsames auch mal ganz unspektakulär und dennoch nicht weniger repräsentativ daherkommen und sich damit nachhaltig im Gedächtnis einprägen kann.

So wie vorgestern, als das Usedomer Musikfestival seinen Dänemark gewidmeten 24. Jahrgang im Kaiserbädersaal des Maritim-Hotels Seebad Heringsdorf eröffnete: mit Arrangements dänischer Folklore für Streichquartett und vorwiegend dänischen Chorwerken geselligen bis religiösen Charakters von der Romantik bis zur Gegenwart.

Der Clou: ein (nur scheinbar) wenig aufregendes Programm – aber mit Spitzenkünstlern! Ein Repertoire, das dank denkbar bester Präsentation Randerscheinungen kompositorischer Praxis wie gängiger Konzertplanungen das Gewicht hochkarätiger künstlerischer Äußerungen verleiht. Da waren es etwa die vier Herren des international „mit rasendem Erfolg“ gesegneten Danish String Quartets, die uralter dänischer Folklore in eigenen Arrangements ganz neues Profil verliehen.

Das überzeugte sehr, denn die Stücke erwiesen sich als durchweg professionell gesetzt. Sie chargierten klanglich attraktiv zwischen klassischer Tönung und moderater Modernität, beließen der Folklore ihre stets deutlich hörbare und das jeweilige Arrangement auch strukturell bestimmende Eigenart - und waren deshalb weit mehr als bloße „Bearbeitungen“. Ihr breiter Raum in einem solchen Eröffnungsprogramm war also voll gerechtfertigt – was die stürmische Zustimmung im Saal nachdrücklich unterstrich. Kostbarkeiten gab es aber auch vom NDR-Chor. Er legte sich unter Philipp Ahmann für vielfältig chorisch Dänisches gewaltig und hochkompetent ins Zeug: für Nils Wilhelm Gade, der mit seinem 200.Geburtstag häufig berücksichtigter Jubilar dieses Jahres ist, für den „Nationalkomponisten“ Carl Nielsen und die weltweit geschätzten Per Nørgård und Bent Sørensen. Auch Gades Leipziger Förderer, Kollege und Freund Mendelssohn kam zum Zuge.

So war es am Sonnabend ein reines Vergnügen, die Ausstrahlung dieses ambitionierten Ensembles zu genießen, seine inspirierte, lustvoll ausgesungene Lockerheit bei geselliger oder besinnlicher Naturlyrik oder die Klangdichte und -intensität bei neuer geistlicher Musik. Das war ein Festivalauftakt nach Maß!

Ekkehard Ochs

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