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Ulrichshusen Vom Glück

Konzerte in Ulrichshusen als Klammer der Preisträger-Reihe

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Heinz-Jürgen Staszak über zwei Preisträger-Konzerte auf Schloss Ulrichshusen

Ulrichshusen. „Aber Glück?“, fragte die Geigerin Vilde Frang (29), in einem OZ-Interview zurück und antwortete: „Ich habe nie Geige gespielt, um Spaß zu haben. Darum geht es nicht, eher um Notwendigkeit.“ Damit prägte sie das Preisträger-Projekt, dessen Abschlusstag Sonntag auf Schloss Ulrichshusen eine Klammer um die vorhergegangenen vier Konzerte legte.

Zunächst in der Matinee mit der Wiederholung des Hasenwinkler Eröffnungskonzertes. Vilde Frang musizierte mit Matthias Schorn (Klarinette) und Kit Armstrong (Klavier) das frühe „Gassenhauer-Trio“

op. 11 (1798) von Beethoven, das Populäre geadelt durch die hohe Variationskunst, die Löwenpranke des rebellischen Genies nur in temporären Gesten enthüllt – die lustvolle Schönheit der milden Nachsicht.

Das späte Streichquintett B-Dur op. 87 (1845) von Mendelssohn schien in einen „glücklichen“ Klassizismus getaucht und erst im Adagio wagten die fünf – Vilde Frang als Primaria, der Geiger Daniel Röhn, die Bratscher Nils Mönkemeyer und Nimrod Guez und Cellist Sebastian Klinger – den unerbittlichen romantischen Ernst: die Seelenlast und die Anmutung des Leidens. In die Spur des Glücks schwenkte das Klarinettenquintett h-Moll op. 115 (1891) von Brahms, das Streichquartett ohne Frang, unter Dominanz von Schorn, der es mit der Exzellenz seiner Klangkultur in die Sphäre eines fast überirdisch schönen Traumes hob.

Von authentischem Zugriff im Abschlusskonzert das Streichquintett F-Dur op. 88 (1882) von Brahms, wieder mit Vilde Frang, konfliktbewusster, herzhafter und herber, in der Balance von melancholischer Resignation und unbeschwerter Heiterkeit. Und dann das Klangfest des Oktetts für Klarinette (Reto Bieri), Horn (Paolo Mendes), Fagott (Theo Plath), Streichquartett (Frang, Philipp Bohnen, Guez und Marie-Elisabeth Hecker) und Kontrabass (Edicson Ruiz) F-Dur op. 166 (1824) von Schubert, klanglich berückend, gestalterisch bewegend die Ambivalenz von Serenadenhaftem und Sinfonischem und die Unentschiedenheit zwischen Glück und Unglück.

OZ

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