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Kultur Vom Kurischen Haff aufs Fischland
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00:05 25.05.2016

Was haben Ahrenshoop und das Kurische Haff gemeinsam? Wilhelm von Humboldt schrieb einst über Letzteres, man müsse die Landschaft gesehen haben, sonst „fehle einem ein wundervolles Bild in der Seele“. Die drei litauischen Maler Skaidre Butnoriute, Saulius Kruopis und Arvydas Kasauskas verarbeiten dieses Bild nicht nur in ihrer Seele, sondern auch in Öl auf Leinwand – und das gemeinsam mit Impressionen vom Fischland. Unter dem Titel „Vom Kurischen Haff nach Ahrenshoop“ sind rund 30 Werke der drei im Dornenhaus in Ahrenshoop zu sehen.

Es riecht nach Flieder und selbst gebackenem Butterkuchen. In der urigen Küche mit Blick in den Bauerngarten werkelt Galeristin Renate Löber. Das Ambiente des mehr als 350 Jahre alten Dornenhauses, das Löber 1995 gemeinsam mit Ehemann Friedemann gekauft und in eine Galerie mit Skulpturengarten verwandelt hatte, könnte nicht passender sein. Immerhin steht das Kleinod für das alte Ahrenshoop mit seiner Künstlerkolonie, war selbst ein häufig gewähltes Bildmotiv. Heute beherbergt es Letztere.

Für Renate Löber sind dabei Berührungspunkte wichtig. „Das kann zum alten Haus, zum Skulpturengarten oder zur Landschaft am Meer sein“, sagt sie. Und diese stellt auch die Verbindung zu den drei Litauern dar, die Löber durch deren Teilnahme an internationalen Maler Pleinairs auf dem Fischland kennt. Dabei sind auch zahlreiche Motive der Ausstellung entstanden – so reihen sich beispielsweise die Steilküste von Ahrenshoop und die Dünen des Kurischen Haffs nahtlos aneinander. Obwohl die drei Künstler, die in Litauens Hauptstadt Vilnius leben und arbeiten, die Tradition der Künstlerkolonie Nida fortführen, sich an den expressionistischen „Brücke“ – Malern wie Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff orientieren, sind ihre Handschriften sehr verschieden. Aus dem umfangreichen Œuvre der drei hat Löber farbgewaltige, expressiv-abstrahierte Landschaftsbilder in Öl ausgewählt, die sie in einer harmonischen Gesamtkomposition arrangiert hat.

Dem mit dickem Pinselstrich teilweise pastos aufgetragenen intensiven Farbspiel von Saulius Kruopis stellt Renate Löber die Werke von dessen Frau Skaidre Butnoriute gegenüber, die etwas Meditatives, fast Mystisches ausstrahlen. In kräftigen und dennoch sanften Blautönen gehalten, scheint die Künstlerin den Betrachter in andere Sphären zu entführen, ihn über dem blauen Planeten schweben zu lassen. „Ein Sinnbild, für die Bewahrung des blauen Planeten“, interpretiert Renate Löber. Im Gegensatz zu den Bildern seiner Frau, die in ihren Werken eher das Universelle verarbeitet, holt Saulius Kruopis den Ausschnitt näher heran und baut Menschen in seine Landschaften ein – auch wenn diese in Größe und Abstraktion auf den ersten Blick häufig kaum wahrnehmbar sind. „Bereits mit fünf Jahren hatte der Künstler seine erste Ausstellung mit Kinderzeichnungen“, weiß Renate Löber In kräftigem Rot-Orange sind die Bilder von Arvydas Kasauskas gestaltet. Bei seinen stark abstrahierten Landschaften werden Hölzer und Wald selbst zu grafischen Elementen, die sich vom Betrachterauge in einzelne geometrische Formen zerlegen lassen.

„Alle drei malen noch klassisch in Öl, was sehr aufwendig ist“, schwärmt Löber. Wichtig ist ihr aber bei der Auswahl der Künstler noch etwas anderes: „Ihre Werke müssen mehr sein als das, was man auf den ersten Blick sieht“, sagt die Galeristin. Sie nennt es „vielschichtige Verzweigung“. Interessant ist aber auch die Gegenüberstellung der Motive aus zwei ehemaligen Künstlerkolonien: „Das Entscheidende ist nicht, dass die Künstler hier länger gelebt haben, sondern dass die Seele mit den Dingen verwurzelt ist, die sie in ihrer Kunst erarbeiten.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 19. August im Dornenhaus (Bernhard-Seitz-Weg 1, in Ahrenshoop) zu sehen und täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Stefanie Büssing

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