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Kultur Von Chorälen bis zum „Fluch der Karibik“
Nachrichten Kultur Von Chorälen bis zum „Fluch der Karibik“
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00:25 27.04.2018
Jörg Kadow (49) aus Wüstenfelde spielt seit 1997 im Brandshagener Posaunenchor. Seit 2002 leitet er diesen und bewahrte ihn damit vor der Auflösung. Quelle: Foto: Anja Krüger
Brandshagen

Imposant erfüllen die Bläser des Posaunenchors Brandshagen-Reinberg die Kirche mit dem vollen Klang ihrer Instrumente. 1997 wurde der Posaunenchor in Brandshagen gegründet. Pastorin Rosemarie Rabe baute ihn damals auf, erzählt der heutige Leiter des Klangkörpers Jörg Kadow (49). 2002 waren es aber nur noch vier Bläser und ein Nachwuchsbläser. „Der Chor war damals drauf und dran, sich aufzulösen und im Reinberger Chor aufzugehen“, berichtet der Wüstenfeldener. Die Brandshagener aber wollten an ihrer Tradition festhalten. Seitdem spiele man als Posaunenchor Brandshagen-Reinberg. „Das ist eine tolle Konstellation. So können wir gegenseitig aushelfen“, sagt er.

Der Posaunenchor Brandshagen erfüllt seit 21 Jahren die Kirchen mit imposantem Klang.

Kadow selbst fing erst 1997 an, ein Instrument zu spielen. „Damals war es noch die Trompete“, erzählt er. Zuvor habe er sich überhaupt nicht fürs Musizieren interessiert. „Ich hatte Frau, Kind und Haus, was mir fehlte, war ein Hobby“, erzählt er. Es sei wichtig, im Leben auch etwas anderes zu haben, als Arbeit und Familie. Die Gründung des Brandshagener Posaunenchores kam ihm da ganz recht. Inzwischen spielt er Posaune, hat eine Ausbildung zum Kirchenmusiker und zum Dirigenten absolviert und spielt sogar im Landesposaunenchor mit. „Und mit meiner Frau singe ich im Kirchenchor“, erzählt er. Nach nun 21 Jahren ist er neben seiner Haupttätigkeit im Lebensmittelgroßhandel leidenschaftlicher Musiker. Seine Chormitglieder wissen sein Engagement zu schätzen. „Er macht das wirklich großartig. Es ist ein anspruchsvoller Chor“, schätzt Viviane Schulz ein. Sie ist seit eineinhalb Jahren Pastorin der Nachbarkirchengemeinde Elmenhorst. „Als meine Schwester und ich hier anfingen, im Chor zu spielen, bekamen wir erstmal einen Stapel Notenbücher mit“, erzählt sie. Die Pastorin lobt das Engagement des Wüstenfelders. „Bläserarbeit ist wichtig für die Gemeindearbeit. Sie lockt auch Menschen in die Gotteshäuser, die sonst keine Berührungspunkte mit der Kirche haben.“ Jörg Kadow könne die Chormitglieder motivieren, beispielsweise mit einem immer wechselnden Programm. „Wir spielen auch modernere Stücke, wie ’Fluch der Karibik’“, erzählt Kadow.

Hauptsächlich aber begleite der Posaunenchor Choräle, auch mal einen Marsch oder mit den Brandshagener Kirchensängern Kantaten. Er mache die Qualität des Posaunenchores nicht an seiner Arbeit fest.

„Es sind die Mitglieder. Man merkt bei vielen, dass ihr Herz für diesen Chor und die Musik schlägt“, sagt er. So finden sich freitags zur Probe in Brandshagen auch meist Mitglieder des eigenen und des Reinberger Teils des Chores ein. Er selbst komme bei Auftritten und Proben kaum noch zum Spielen, bedauert Kadow. Deshalb sei er auch froh, Teil der Landesauswahl zu sein. „Ich bekomme dort Inspiration für die Aufgabe hier“, sagt er.

Die Musik habe ihn inzwischen total gefesselt. „Posaune spielen zu können, ist etwas fürs Leben“, sagt der 49-Jährige. Die Musik könne Trost, aber auch Freude und Beschwingtheit bringen. „Und es ist wie beim Fahrradfahren, wer einmal gelernt hat, Posaune zu spielen, verlernt es nicht mehr“, ist er überzeugt. „Und man kann wirklich in jedem Posaunenchor mitspielen“, ist auch Viviane Schulz überzeugt. Mittlerweile spielt der Posaunenchor Brandshagen-Reinberg beinahe jedes Wochenende. „Hauptsächlich bei den Gottesdiensten in der Region, aber auch bei der Nacht des offenen Denkmals in Stralsund haben wir schon gespielt“, berichtet Kadow. Highlight seien stets größere Treffen mit anderen Posaunenchören.

Anja Krüger

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