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Kultur Von Jazz bis Klassik: Zingst feierte das Klavier
Nachrichten Kultur Von Jazz bis Klassik: Zingst feierte das Klavier
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00:05 29.03.2016

Zum Abschluss ging‘s hemdsärmlig zu: Mit schmissigem Boogie-Woogie sind am Ostermontag die 15. Klaviertage in Zingst zu Ende gegangen. Vier Tage lang feierte das Ostseeheilbad die Vielseitigkeit des Instruments. An vier Spielorten traten nationale und internationale Pianisten auf. Die Bandbreite war groß. Sie reichte vom klassischen Klavierkonzert über zeitgenössischen Jazz bis hin zu Comedy. „Es gibt nichts Vergleichbares in Deutschland“, sagt der künstlerische Leiter, Komponist und Pianist Lutz Gerlach (53).

War auch in Autogrammlaune: Pianist Jakob Karlzon (l.) nach seinem Konzert. Quelle: Detlef Lübcke

Der gebürtige Amerikaner Chris Hopkins (43) zog sein Publikum mit Classic Jazz und Swing in den Bann. Er spielte bereits mit Größen wie Clark Terry, Hazy Osterwald oder Dan Barrett. Die klassische Pianistin Ragna Schirmer (43) aus Halle/Saale begeisterte mit „Liebe in Variationen“, ihrem neuen Programm voller zwischenmenschlicher Bezüge. Der Hamburger Musikkabarettist Axel Pätz (58) präsentierte mit Piano, Akkordeon und Gesang eine extra auf die Zingster Klaviertage zugeschnittene Auswahl seiner aktuellen Programme. In makabren Liedern mit bösartigem Witz und klaren Worten schilderte er seine Erkenntnisse aus dem Alltagsleben. Henning Pertiet (50) aus Hamburg ist der Neffe des bekannten Boogie-Pianisten Gottfried Böttger („3 nach 9“). Pertiet überzeugte mit einer Mischung aus Blues und Boogie-Woogie.

Lutz Gerlach und Ehefrau Ulrike Mai (45) hatten ihr um 22 Uhr beginnendes Konzert „Nights in white Satin“ (Nächte in weißem Satin) nach einem Oldie von The Moody Blues benannt. Das Ahrenshooper Ehepaar, sie passend dazu in weißem Satin, spielte Songs etwa von Simon & Garfunkel, Led Zeppelin und den Puhdys. Mit Ausnahme von Festival-Begründer Lutz Gerlach und Ulrike Mai waren alle Künstler erstmals dabei.

Zu verschiedensten Tages- und Nachtzeiten konnte das Publikum Klaviermusik auf höchstem Niveau erleben. Um überall dabeizusein, war Gerlach, stets präsente Seele des Festivals, wenig Schlaf vergönnt.

Kraftquell und schönster Lohn zugleich sei für ihn die Begeisterung des Publikums. So wie auch bei dem zweistündigen Konzert von Shootingstar Jakob Karlzon (45). Der schwedische Ausnahmepianist präsentierte aktuell seine erste Solo-CD „One“. Die Zuhörer forderten Karlzon mehrere Zugaben ab, bevor er im Foyer des Kurhauses seine CD signierte und Autogramme gab. Detlef Lübcke

OZ

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