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Kultur Von Liechtenstein nach Rügen wegen der Fotokunst
Nachrichten Kultur Von Liechtenstein nach Rügen wegen der Fotokunst
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09:00 28.09.2018
Die Natur der Insel Rügen lieferte den Teilnehmern der dortigen Sommerakademie jede Menge Motive. Quelle: Ernst Backer
Lohme-Hagen

Susanne Monz kam Abend für Abend völlig geschafft nach Hause. „Ich hätte nach einem Hausbau nicht fertiger sein können“, sagt die Lohmerin schmunzelnd. Statt eines Gebäudes hat sie Geschichten geschaffen – im Kurs „Kreatives Schreiben“ bei Andreas Becker. „Er hat uns gefordert“, sagte Susanne Monz zum Abschluss der diesjährigen Rügener Sommerakademie glücklich und voller Respekt vor dem Autor und Regisseur.Er war einer von sechs Kursleitern dieser jungen Veranstaltungsreihe, die Sabine Korneli und Thomas K. Müller erst im vergangenen Jahr aus der Taufe hoben. Auf ihrem Hof Uhleck in Hagen kamen in den vergangenen Tagen Menschen aus der Bundesrepublik und anderen deutschsprachigen Ländern zusammen, um sich auf künstlerischem Gebiet weiterzubilden oder auch erstmals künstlerisch zu arbeiten. Neue Sichtweisen und Herangehensweisen wurden ebenso vermittelt wie technische Fähigkeiten, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. So gab es im Schreibkurs Übungen mit Limericks und eine Analyse von Rilke-Gedichten. Entstanden sind auch Textcollagen mit Zeitungsausschnitten und natürlich eigene Texte. Was macht ein Bild zum Bild? Und was ist im Gegensatz dazu eine Zeichnung? Solche Grundsatzfragen besprach die Dozentin Annette Gundermann mit den Teilnehmern des Malerei-Kurses. Von ihr erfuhren sie beispielsweise auch, wie sich ein dreidimensionaler Effekt auf die von Natur aus zweidimensionale Leinwand beziehungsweise das Papier bringen lässt.

Vom Smartphone auf die Kamera umgestiegen

Um die menschliche Figur und die Landschaft ging es im Zeichenkurs von Dirk Richter. Der war von seinen Schülern ebenso begeistert wie diese von ihm. Sie lobten zum Abschluss der Akademie seine aufbauende Kritik und seine Hinweise, die nicht allgemeingültig gewesen seien, sondern auf jeden Kursteilnehmer ganz persönlich zugeschnitten. „Ich bin sicher, dass jeder was mitgenommen hat, was ihn länger beschäftigen wird“, sagte er mit Blick auf seine Kursteilnehmer zum Abschied.Das würden auch Ursula Sauter und ihre Tochter Sarah unterschreiben. Beide kamen eigens wegen der Sommerakademie aus dem Fürstentum Liechtenstein bis in den Rügener Norden. Über die Internetsuche waren sie auf das Angebot des Hagener Künstlerpaares aufmerksam geworden – und wurden nicht enttäuscht. „Die Landschaft ist grandios, wirklich einmalig. Wir hatten hier eine wunderschöne Zeit“, schwärmt Ursula Sauter, die gemeinsam mit ihrer Tochter den Fotokurs von Lorenz Kienzle besuchte. Der wiederum zeigte sich von den Ergebnissen der Kursteilnehmer beeindruckt. Die junge Sarah habe nie zuvor mit einer „richtigen“ Kamera fotografiert, meist nur mit dem Smartphone. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die auf Rügen entstanden, zeugten nach Kienzles Auffassung von einer besonderen Begabung der Studentin aus dem Alpenland. Ihre besten Motive hat sie übrigens in Prora gefunden, wo einige herausragende Bilder in extremen Hochformaten entstanden sind.Es sei gelungen, das Niveau der Sommerakademie zu halten, lobten die Teilnehmer, von denen einige schon bei der Premiere im vergangenen Jahr dabei waren. „Die Akademie kann nur so gut sein wie ihre Kursleiter und Teilnehmer“, gab Thomas K. Müller das Kompliment an die Gäste zurück. „Nur so können gute Dinge entstehen.“ Die Besucher hätten den Hof in Hagen mit ihrer Energie aufgeladen. „Davon können wir eine ganze Weile zehren“, versicherte Sabine Korneli augenzwinkernd. In Hagen bereitet man jetzt schon die kommende Sommerakademie vor – und sucht nach einer neuen Form für das Thema „Philosophieren im Wald“. Dafür hatten sich zahlreiche Teilnehmer interessiert. Für den gleichnamigen Kurs gab es aber nicht eine Anmeldung.

Maik Trettin

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