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Von Mini-Udo bis Hasenfuß

Wustrow Von Mini-Udo bis Hasenfuß

Die Osterschau in der Kunstscheune Barnstorf ist bunt und vielfältig

Wustrow. Nur knapp zehn Zentimeter misst die kleine Bronzefigur: ein Bein lässig angewinkelt, die Hände in den Taschen vergraben, den Hut tief in die Stirn gezogen – die lässige Attitüde lässt keinen Zweifel daran, wem die Berliner Bildhauerin Franziska Schwarzbach hier ein metallenes Mini-Denkmal gesetzt hat: Es ist Altrocker Udo Lindenberg, der aktuell nicht nur beim Echo abgeräumt, sondern es als Miniatur-Kunstwerk nun auch in die Kunstscheune Barnstorf geschafft hat.

Zur Osterausstellung hat Betreiberin Gabriele Eymael in ihrer Diele wieder Arbeiten zahlreicher Künstler der Galerie vereint. Gezeigt werden Malerei, Keramik, Skulptur und Schmuck.

Wie eigens für das Ostermotto geschaffen wirkt das überlebensgroße Gipsmodell „Hase II“ (2016) des Tarnower Künstlers Michael Mohns, der – wie erstarrt im schnellen Lauf – auf einem Sockel den Weg zur Ausstellung weist. Vor acht Jahren hat der Bildhauer seine Liebe zu Tierplastiken entdeckt, von denen er noch weitere mit nach Barnstorf gebracht hat.

„Es ging mit Pferdeköpfen los und irgendwann habe ich keine Menschen, sondern nur noch Tiere gemacht“, sagt Mohns. Warum, weiß er selbst nicht genau. „Vielleicht ist es der direkte Zugang zum Natürlichen, Ungekünstelten und Unverstellten“, vermutet er. „Die Gefahr der Psychologisierung ist bei Tieren nicht so groß, wie bei einer Figur. Tiere sind archaisch unsentimental und angenehm unintellektuell.“

Tier und Mensch vereint, zeigen hingegen Arbeiten des verstorbenen Künstlers Jo Jastram (1928-2011), von dem Bronzeplastiken aus verschiedenen Schaffensphasen zu sehen sind, darunter „Usbekischer Eselreiter“ (1962) sowie die Bronzeskulptur „Die Rast“, die als große Version die Kochstraße in Wernigerode ziert.

Daneben hängen colorierte Radierungen seiner Tochter, der Bildhauerin Susanne Rast, die mit ihren Arbeiten auf eindringliche Weise die innere Zustände ihres Sujets, des Menschen, sichtbar werden lässt.

Neu dabei ist in diesem Jahr der Künstler Jan Beumelburg aus Brandenburg, der Rezeptkarten eines ehemaligen DDR-Betriebes mit humorvollen Motiven in kleine, individuelle Kunstwerke verwandelt hat.

Beispielsweise indem er einem Kompottrezept seine eigenen weiblichen „Kompottfrüchtchen“ hinzufügt.

Gezeigt werden zudem grafische Arbeiten der Schwedin Helmtrud Nyström, die sich der nordischen Mythologie widmen sowie Bilder der Berliner Malerin Uta Jeran, die ihre Stillleben mit Acrylfarbe und kräftigem Pinselstrich auf Leinwand gebannt hat.

Farbintensiv ist auch das neue Werk von Malte Brekenfeld. Es zeigt ein Urwaldszenario, in dem der Mann seiner Liebsten die Beute präsentiert. „Schon wieder Schlange“ (2017) nennt er seine Heile-Welt-Utopie, die in Brekenfeldscher Manier den Konflikt Mensch-Natur thematisiert. Auch seinen Fisch-Zeichnungen hat der begeisterte Angler den Brekenfeldschen Stempel aufgedrückt.

Dem Thema Wasser, Strand und Meer widmet sich auch der Berliner Maler Wolfgang Reinke mit seinen großformatigen Kreide-Zeichnungen. An Motiven aus der Region hat sich zudem der Rostocker Matthias Dettmann abgearbeitet, von dem verschiedene Aquarelle zu sehen sind.

Auch die Berliner Malerin Luise Dewerny hat in ihren Ölbildern Motive der Region Fischland Darß eingefangen und zu verschiedenen Jahreszeiten in Szene gesetzt. Gezeigt werden zudem Aquarelle des verstorbenen Künstlers Christian Gätjen und Holzschnitte der Malerin und Grafikerin Vera Schwelgin, die in Berlin lebt und arbeitet.

Und während der große Rocker zum bronzenen Mini-Udo geschrumpft wurde, hat der verstorbene Berliner Bildhauer Wilfried Fitzenreiter (1932-2008) zu Lebzeiten einem kleinen Mann ein großes Denkmal gesetzt: „Der bronzene Jüngling“ entstand nach dem Vorbild seines Sohnes.

Stefanie Büssing

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