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Kultur Von Ostsee und Nordsee
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00:00 26.04.2016
Kühlungsborn

Die Tür steht offen. Draußen zwitschern trotz der kalten Apriltage die Vögel. Schaut man aus dem Panoramafenster, das im Atelierhaus Rösler-Kröhnke den Blick Richtung Ostsee öffnet, sieht man die Forsythien gelb blühen. In der Ferne schiebt eine Ostseefähre durchs Bild. Das ist der Rahmen, den Anka Kröhnke (75) seit der Eröffnung ihres Atelierhauses 2004 oben auf der Kühlung über Kühlungsborn gesucht hat. Zwischen Ostsee und Forsythie, zwischen der Weite des Meeres und der Natur vor der Haustür, sortiert sich der Blick mal wieder auf aktuelle Kunst und Bilder ihrer Mutter Louise Rösler (1907-1993).

„Am Meer. Heitere Sommerimpressionen“ heißt die Ausstellung, die Sonntag von Anka Kröhnke und der Schweriner Kunsthistorikerin Kornelia Röder eröffnet wurde. Sie zeigt 31 Radierungen und ebenso viele großformatige Arbeiten des Usedomer Malers und Schriftstellers Matthias Wegehaupt (77) aus der Zeit von 1997 bis 2014 sowie 50 Bilder von Louise Rösler — in den 70er- und 80erJahren in Cuxhaven entstanden. Und das ist die Klammer dieser Schau: Ostsee trifft Nordsee. Das Licht der Küste. Die Arbeiten von Wegehaupt sind ebenso wuchtig wie leuchtend, ebenso stilisiert auf einzelne, wenige Elemente wie großformatig in der Landschaftswahrnehmung. Bei Louise Rösler wimmelt es in den Bildern — Aquarelle mit Collage — die Wahrnehmung von Umwelt, Leuchtreklame, Bäumen, Himmel, Licht, die vibrierende Farbigkeit. „Sie war ein Großstadtmensch mit dem Trubel auf den Straßen“, sagt Anka Kröhnke.

Die Nordseebilder bilden den Kontrast mit der Ruhe und dem Licht und der Natur. Anka Kröhnke, selbst Künstlerin, sagt liebevoll über ihre Mutter: „Louise Rösler hat diese einmaligen Momente geschaffen und festgehalten. Dieses Leuchten. Dieses frische Grün. Den Mai hat sie besonders geliebt wegen der Farben, wegen des Lichts und wegen dieses Leuchtens.“ Die Bilder zeigen eine „Straße mit blühendem Baum“, „Musikanten vor roter Kirche“ , eine „Straße in Cuxhaven bei Gewitter“ (alle 1986), „Bäume im Regen“ (1977) oder den „Blick aus dem Fenster des Ateliers im Juni“ (1981) — Bilder, die in einem kleinen Atelierhaus an der Nordsee, eher eine Garage, entstanden sind. Stets aus dem Kopf gearbeitet. Ohne Skizzen im Freien. „Diese Jugendlichkeit und Leichtigkeit, die Bilder wirken, als hätte sie ein ganz junger Mensch gemacht, dabei war sie damals schon 78 Jahre alt“, erinnert sich die Kühlungsbornerin.

Ebenso Wegehaupts Arbeiten. Der wache, kluge, heimatverbundene Blick eines Junggebliebenen, der auch den jugendlich-sportlichen Kitesurfer in seiner Landschaft nicht ausspart. Bilder, die von unendlichen Strandspaziergängen erzählen.

Von Michael Meyer

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