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00:00 11.08.2018
Neun auf einem Bild: Die diesjährigen Absolventen der Theaterakademie zählen zu den Besten, die die Schule je hatte. Von Usedom wechseln die meisten nun an andere deutsche Bühnen. FOTOS (2): CLAUDIA WINTER
Zinnowitz

Geschafft: Neun Absolventen der Theaterakademie Vorpommern haben gestern ihr Abschlusszeugnis erhalten. Aus Sicht von Schulleiterin Daniela Schulmeister zählen sie zu den Besten, die die Akademie seit ihrer Gründung im Jahr 2000 hatte. Allesamt seien sie sehr präsent auf den Open-Air- Bühnen und im Theaterzelt „Chapeau Rouge“ gewesen.

Für neun Eleven der Theaterakademie Vorpommern beginnt nun der Berufsalltag

„Man sollte die Gelegenheit nutzen, sie noch einmal zu erleben, bevor sie sich in alle Winde zerstreuen“, riet Schulmeister. Tracy Neumann etwa, die schrille Chefin der Pizzaunion bei den diesjährigen Vineta-Festspielen, sie wird nach Berlin zum Theater Morgenstern gehen. Oder den leicht exotisch wirkenden Shero Khalil und die schöne Anna-Maria Bednarzik, die ebenfalls direkt von Vineta nach Berlin ziehen werden, um sich beim Film zu versuchen. Das Open-Air „Ein irrer Duft von frischem Heu“ in Wolgast wird gerade von diesen jungen Schauspielern geprägt. Da ist Marie Thérèse Albrecht, die mit viel Verve agierende Dr. Unglaube spielt, die unbedingt Matti, den Parteisekretär mit dem zweiten Gesicht, haben will. Richard Koppermann ist dieser charmante Funktionär. Beide zieht es nach Sachsen. Sie ans Theater der Junge Generation in Dresden, ihn ans Deutsch-Sorbische Volkstheater nach Bautzen. Nein, Sorbisch könne er noch nicht. Aber selbst in der Kantine werde dort ab und an Sorbisch gesprochen, sagt er. In Bautzen trifft Koppermann übrigens auf zwei Absolventen früherer Jahrgänge. Wenn dort die Schauspieler aus Zinnowitz so begehrt sind, empfiehlt es sich vielleicht, Sorbisch als Nebenfach in die Ausbildung aufzunehmen.

Ministrant Rudolf alias Felix Caspar Krause heuert am Staatstheater Schwerin an. Die taffe LPG-Vorsitzende Lydia, gespielt von Katharina Mahnke, zieht es in den Teutoburger Wald. Ob ihr nicht die See fehlen werde, wird die Karlshagenerin gefragt. „Dort gibt es doch auch Seen und außerdem werde ich direkt neben dem Herrmannsdenkmal wohnen“, sagt sie. Die 22-jährige ging einen besonderen Weg zum Studium und auch ihre Zukunft wird besonders sein. Mit 14 war Mahnke schon Statistin bei Vineta und so gut, dass sie bei Krankheitsfällen andere größere Rollen übernahm. Da wusste sie:

Schauspielerin, das ist es. Doch im Studium merkte sie, dass es ihr mehr liegt, sich textlich einzubringen, viele Ideen zu haben – und den Überblick über die ganze Szenerie zu behalten. So sattelte sie quasi innerlich um und wird nun in Detmold nicht als Schauspielerin auf der Bühne stehen, sondern Regieassistenzen übernehmen. An drei oder vier Inszenierungen wird sie mitarbeiten und einen Theaterjugendklub gründen.

Auch Jan Lehmann, der Felsenwerfer aus Vineta, geht seinen speziellen Weg. Er wird zwischen Schauspieler und Veranstaltungstechniker hin- und herswitschen. Beides hat er an der Vorpommerschen Landesbühne gelernt und in beiden Berufen wird er an den Häusern der Landesbühne zum Einsatz kommen – und seinen Studienkollegen Sebastian Hildebrand, dem Macho der Saison aus „Taxi, Taxi“ und „Boeing, Boeing“, der an der Landesbühne engagiert wird, hoffentlich gut beleuchten.

Dieses Studienjahr hat gespielt, was das Zeug hielt und auch so das notwendige Handwerkszeug für den Beruf gelernt. „Wir werden Sie ausbeuten!“ hatte Intendant Wolfgang Bordel ihnen zu Beginn der Ausbildung prophezeit. Dass dies soviel Spaß machen würde, hätten die nunmehr vollwertigen Schauspieler wohl nicht gedacht.

Claudia Winter

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