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Greifswald Von der Rampensau bis zum Wunsch-Archiv

Die Uraufführung von „Das Theater der unerhörten Dinge“ begeisterte das Publikum in Greifswald

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Die Schauspieler Lutz Jesse (l.) und Jan Bernhardt in der Uraufführung von „Das Theater der unerhörten Dinge“ in Greifswald.

Quelle: Foto: Vincent Leifer

Greifswald. „Willkommen in der Welt des Spiels, der Täuschung, des Möglichen und des Unmöglichen“, begrüßte Lutz Jesse als Pförtner das Publikum. In schwarzem Frack, Lackschuhen und vornehmer Geste öffnete er die Türen zu den verborgenen Zimmern des Theaters Greifswald.

Die Uraufführung des Stücks „Das Theater der unerhörten Dinge“ erzählte am Wochenende von wunderbaren Begebenheiten, erstaunlichen Geschichten und rätselhaften Gegenständen im Theaterhaus, die dem Publikum bisher verborgen blieben. Arnim Beutel hat die geheimnisvolle Hausbegehung nach dem Autoren Roland Albrecht inszeniert, dem Gründer des „Museums der unerhörten Dinge“ in Berlin. Das Format des Museums wurde hier zum ersten Mal auf ein Theater zu übertragen.

Von 22 Uhr an wurden die 20 Zuschauer von den spontan agierenden Schauspielern Lutz Jesse und Jan Bernhardt gut eineinhalb Stunden in die Geheimnisse des Theaters entführt. Sie begegneten der Rampensau, saßen auf der Bühne, erhaschten einen Blick in den Requisiten- und lernten den Sehnsuchtsraum kennen. „Das Theater wird von Sehnsüchten gemacht. Wir sehnen uns nach einer neuen Welt, großen Gefühlen und Ruhm“, erzählte Jesse. Humorvoll und ironisch leiteten die beiden Schauspieler durchs nächtliche Haus und entlockten dem Publikum Lacher. Hinweise auf ständige Überwachung per Kamera und elektronische Datenspeicherung in allen Räumen verspotteten den Sicherheitsstaat als Absurdität. Der „ewige Autor“, der Gedanken von Menschen verschriftlichen kann, erstaunte die Anwesenden ebenso wie das Archiv der Wünsche, das ein Geheimnis des aus Greifswald stammenden berühmten Fußballers Toni Kroos hütet. Das schummrige rote Licht wies den Besuchern den Weg durchs dunkle Gemäuer des Kellers ins Unterbewusste des Theaters.

Schaurig, so kurz vor Mitternacht, erfuhr das Publikum sogar, was es mit den Hausknochen auf sich hat.

Als historischen Rückgriff darauf, dass Greifswald bis 1815 zu Schweden gehörte, warf Jesse bis zum Entnerven Begriffe wie das „schwedische Gen“ und das „Volksgen“ ein: „Ich habe ja nichts gegen die Schweden, aber ich muss was gegen sie sagen“, der Satz zeugte von beißendem Sarkasmus. Albrecht erklärte: „Diese völkische Ideologie-Kritik musste einfach in das Stück. Zu entsetzt war ich, als NPD und AFD bei den Landtagswahlen vergangenes Jahr so viele Stimmen erhielten.“ Ein sehr gelungenes Stück der anderen Art. Annemarie Bierstedt

OZ

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