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Vor 50 Jahren: Bee Gees erobern die Charts

Berlin Vor 50 Jahren: Bee Gees erobern die Charts

. Am Anfang meinten viele, es sei wieder einmal ein Gag der Beatles. Als die New Yorker Radiostationen 1967 eine „English surprise“ versprechen und dann ...

Berlin. . Am Anfang meinten viele, es sei wieder einmal ein Gag der Beatles. Als die New Yorker Radiostationen 1967 eine „English surprise“

versprechen und dann „New York Mining Disaster 1941“ abspielen, gibt es nicht wenige, die bei dem Song an ein neues Werk der Fab Four denken. Doch weit gefehlt. Aus der „englischen Überraschung“, die am 27. April vor genau 50 Jahren das erste Mal mit einer Single in den britischen Charts auftauchte, sind die Könige des Disco erwachsen: die Bee Gees. Als die Brüder Barry, Maurice und Robin Gibb sowie deren damalige Mitstreiter Colin Peterson und Vince Melouney nach England kommen, sind sie zwar in Australien schon ziemlich bekannt, im Mutterland des Pop aber Nobodys. Das ändert sich schlagartig, als sie ihre Single in Großbritannien veröffentlichen. Wie im Königreich klettert auch hierzulande „New York Mining Disaster 1941“ bis in die Top Ten.

Es war einfach der Zeitgeist: Kurz zuvor machten die Beatles mit „Yellow Submarine“ und „Strawberry Fields Forever“ den Psychedelic-Sound salonfähig. Es ist also genau der richtige Moment für das sperrig-harmonische 2:10-Minuten-Debüt der Bee Gees, das aus der Sicht eines Bergmanns während eines fiktiven Minenunglücks in der verzweifelten Frage gipfelt: „Have you seen my wife, Mr.

Jones?“ Auf „New York Mining Disaster 1941“ folgen schnell „To Love Somebody“ sowie die Platte „Bee Gees’ 1st“. Mit „Massachusetts“ vom Folge-Album „Horizontal“

hat die Band weltweit ihren ersten Nummer-Eins-Hit. Ihr Aufstieg ist nicht mehr aufzuhalten. Es folgen weitere Spitzenplatzierungen – in Deutschland schaffen es die Gibbs 18 Mal in die Top Ten. Weltweit haben die Bee Gees 220 Millionen Platten verkauft. Barry, der im letzten Jahr 70 geworden ist, ist nach dem Tod der Zwillinge Maurice (2003) und Robin (2012) der letzte noch lebende Gibb-Bruder.

Sebastian Fischer

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