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Vor 90 Jahren geboren: Kino-Gigant Marlon Brando

Frankfurt a.M Vor 90 Jahren geboren: Kino-Gigant Marlon Brando

Er spielte Außenseiter, Abenteurer, Eroberer. Wurde unsterblich als Mafiaboss im „Paten“ und sorgte mit Katastrophen für Schlagzeilen.

Frankfurt a.M. „Ich bin ich, und wenn ich mit dem Kopf gegen die Wand rennen muss, um mir selbst treu zu bleiben, werde ich es tun.“ Marlon Brando ist sich immer treu geblieben. So exzentrisch wie rebellisch tat er nur das, was er für richtig hielt — auch wenn es Drehpläne sprengte. Vor 90 Jahren, am 3. April 1924, wurde der Oscar-Preisträger im US-Bundesstaat Nebraska geboren. Er starb vor zehn Jahren, am 1. Juli 2004.

James Dean, Al Pacino und Robert De Niro orientierten sich an Brandos leiser, undeutlicher Sprechweise und Spielart. Die Filmwelt verdankt ihm unsterbliche Helden. Marlon Brando war der Dockarbeiter Terry in „Die Faust im Nacken“ und der rebellische Biker Johnny in „Der Wilde“. Im „Paten“ verkörperte er den müden Mafiaboss Corleone und in „Apocalypse Now“ den Sonderling Kurtz.

Aufgewachsen ist der Schauspieler in einer instabilen, vom Alkohol geprägten Familie. Die Mutter hatte künstlerische Begabungen, der Vater war ein Trinker und Frauenheld und zeigte wenig Zuneigung zu Marlon und seinen Schwestern Jocelyn und Frances. Brando musste sich sein Rebellen-Image nicht extra zulegen. Sein Vater steckt ihn in eine Militärakademie, Marlon Brando flog wieder heraus: „Ich hasste Autorität und bekämpfte sie mit allen möglichen Tricks und Manövern.“ Mit 19 zog er nach New York, nahm Schauspielunterricht und war bald im Theater erfolgreich, als Stanley in „Endstation Sehnsucht“. Dabei verabscheute Brando den ungehobelten Kerl. „Ich war das genaue Gegenteil von Stanley Kowalski. Ich war von Natur aus sensibel.“ Hollywood lockte, Brando kam, drehte viele Filme, wurde mehrmals für den Oscar nominiert und bekam ihn für Elia Kazans „Die Faust im Nacken“ (1954). Der große Regisseur war begeistert von Brando. Der Rollentyp, der ihm am meisten lag, war der zerrissene Mann. Wie der Cowboy Rio in „Der Besessene“ (1961), der gepeinigte Major Pendleton in John Hustons „Spiegelbild im Goldenen Auge“ (1967) oder der Witwer Paul in „Der letzte Tango in Paris“ (1972). Brando war ein schwieriger Darsteller, der sich ungern Regeln unterwarf und manchen Drehplan aus den Angeln hob. Das galt für „Meuterei auf der Bounty“ (1962) und noch mehr für Brandos einzige eigene Regiearbeit, den bizarren Western „Der Besessene“. Mit Francis Ford Coppolas Mafia-Drama „Der Pate“ (1972) erreichte seine Karriere einen neuen Gipfel.

Brandos Privatleben war turbulent. Er war mehrfach verheiratet und hatte Affären. Viele Jahre lebte der Star auf seinem eigenen Südsee-Atoll mit seiner dritten Ehefrau, der Tahitianerin Terita. Die Idylle zerbrach, als Brandos Sohn Christian den Freund seiner schwangeren Halbschwester Cheyenne tötete. Christian kam ins Gefängnis, Cheyenne beging bald darauf Suizid.

Bettina Thienhaus

 



OZ

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