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„Warten wir die Zukunft ab“ – Ex-DDR-Funktionär legt Buch vor

Berlin „Warten wir die Zukunft ab“ – Ex-DDR-Funktionär legt Buch vor

. Die DDR-Jugendorganisation FDJ (Freie Deutsche Jugend) hatte 1976 rund 2,2 Millionen Mitglieder.

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Der Liedermacher und Ex-DDR- Funktionär Hartmut König.

Quelle: Foto: Dpa

Berlin. . Die DDR-Jugendorganisation FDJ (Freie Deutsche Jugend) hatte 1976 rund 2,2 Millionen Mitglieder. Das seien zwei Drittel aller Jugendlichen zwischen 14 und 25 Jahren gewesen, schreibt der frühere Jugendfunktionär Hartmut König in seiner Autobiografie, die am Freitag in der Eulenspiegel-Verlagsgruppe erscheint. Am 14. Oktober wird König 70 Jahre alt.

Für junge Menschen habe es in der DDR viele Angebote gegeben. Der Jugendverband organisierte Talente-Ausscheide, Theatertage, Rockkonzerte, Poetenseminare und Liedersommer, wie der frühere Sekretär des Zentralrates der FDJ schreibt. Sollte da nichts hängengeblieben sein, was heute faire Anerkennung verdiene, fragt König in dem Buch mit dem Titel „Warten wir die Zukunft ab“.

Im Monolog zu dem Buch schreibt König, er habe Anteil an einer Politik gehabt, die am Ende wegen Entfernung vom Volk durch das Volk abgewählt wurde. An allem zu zweifeln, sei damals nicht seine Devise gewesen. „Du hast die Klüfte zwischen Ideal und Wirklichkeit mit Unvollkommenheit begründet, ... Kritik, die dir lähmend erschien, unterdrückt ...“, so der geborene Berliner.

Der Liedermacher war Mitbegründer des Berliner Oktoberklubs, eines populären Singeklubs, in dem er über Jahre sang. Bekannt war in der DDR das von König komponierte und geschriebene Lied „Sag mir, wo du stehst“. Der gelernte Journalist war ab 1976 Sekretär des Zentralrates der FDJ, zunächst für Internationale Beziehungen und dann für Kultur. König berichtet in dem Buch auch, wie sich Udo Lindenberg selbst in die DDR eingeladen habe. Der Rocksänger habe im August 1983 an Erich Honecker geschrieben, dessen Folge Lindenbergs erstes Gastspiel in der DDR im Palast der Republik war – ohne öffentlichen Kartenverkauf, mit einem „politisch kalkulierbaren Publikum“. Er habe, so König, im Auftrag von Egon Krenz die Sache verhandelt. Schon zuvor hatte Lindenberg mit seinem „Sonderzug nach Pankow“ für Aufregung in der DDR gesorgt. Und König plaudert in seinem Buch weiter, wie er den Antwortbrief für Honecker entwarf, nachdem Lindenberg dem SED-Partei- und DDR-Staatschef eine Lederjacke geschickt hatte.

Im Jahr 1989 stieg Hartmut König dann noch kurz zum stellvertretenden Kulturminister auf. Nach 1990 arbeitete er in einem Zeitungsverlag in Brandenburg. Der ehemalige Funktionär lebt heute in der Gemeinde Panketal nahe der Stadt Bernau.

Jutta Schã¼tz

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