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Kultur Wenn Oper auf Sitcom trifft
Nachrichten Kultur Wenn Oper auf Sitcom trifft
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00:00 07.06.2017

Liebenswürdig-schrullige Charaktere, die sich unterbrochen von eingeblendeten Lachern Gags und Pointen zuspielen – diese Form der seichten US-Fernsehunterhaltung würden wohl die meisten mit dem Begriff „Sitcom“ verbinden. Die Assoziation mit der Oper liegt da eher fern. Beides verknüpft die Akademie der Jungen Norddeutschen Philharmonie nun in ihrem neuen Projekt, der Sitcom-Opera „Mini-Bar“ – Von Weltschmerz und skurrilen Neurosen“, die heute und am Sonnabend im Rostocker Ursprung aufgeführt und aufgezeichnet wird. Ab Herbst soll die Produktion als Serie im Internet zu sehen sein.

Es sind sieben Charaktere – von der alleinerziehenden Mutter bis zur alten Dame –, die in verschiedenen Konstellationen in einer Bar aufeinandertreffen und sich Dinge aus ihrem Leben erzählen. „Es geht um Alkoholkonsum, die Schnelllebigkeit der heutigen Zeit, wir haben aber auch eine Tinder-Arie, in der nach rechts und nach links gewischt wird“, verrät Clemens Seemann, Geschäftsführer der Jungen Norddeutschen Philharmonie, in Anlehnung an die Dating-App. „Obwohl auch ernste Themen angeschnitten werden, gibt es viele ironische Momente, es sind auf jeden Fall sehr unterhaltsame 75 Minuten“, verspricht der 28-Jährige,der das Projekt betreut.

Für die Idee, die dahintersteckt – klassische Werke durch neue Konzertformate anders zu vermitteln als auf traditionelle Weise – arbeiten die Musiker der Akademie der Jungen Norddeutschen Philharmonie beim aktuellen Projekt mit dem Berliner Komponisten Sven Daigger zusammen. „Einen Teil der Sitcom-Opera hatte der schon komponiert. Die Idee hat uns so gut gefallen, dass wir ihn gebeten haben, sie noch zu erweitern, so dass ein geschlossener Handlungsablauf entsteht“, erklärt Seemann.

Regie führt die Hamburger Regisseurin Theresa von Halle, das Libretto stammt von Änne-Marthe Kühn. Sieben Gast-Gesangssolisten und neun Musiker der Jungen Norddeutschen Philharmonie an Geige, Cello, Kontrabass, Schlagzeug, Akkordeon, Klavier, Klarinette und Saxofon setzen die Freuden und Leiden der Protagonisten unter musikalischer Leitung des Spaniers Miguel Pérez Inesta um.

Auch das dürfte von den Hörgewohnheiten typischer Opern-Besucher abweichen. „Zum Teil wird auch neue Musik zu hören sein, die sich an der Grenze zum Atonalen bewegt“, verrät Seemann. „In der Summe ist es aber gut hörbar.“

Und was wäre eine Sitcom, wenn sie nicht in Episoden ausgestrahlt werden würde? Ganz im Stil von Netflix und Co. soll auch die Sitcomopera „MiniBar“ ab Herbst im Netz zu sehen sein. „In Summe werden das 21 Episoden von jeweils drei bis vier Minuten, die man sich auf unserer Homepage und bei Youtube anschauen kann“, verrät Seemann.

Dafür wird ein von der Akademie der Jungen Norddeutschen Philharmonie beauftragtes Team um den Baden-Württemberger Filmemacher Stephan Boehme von Mittwoch bis Sonnabend im Rostocker Ursprung filmen.

„In den Tagen zwischen den Aufführungen geht es um Nahaufnahmen, Sound und Zusatzmaterial“, erklärt Seemann, der besonders auf ein junges Publikum hofft. „Das wäre schön, aber kommen dürfen natürlich alle, die es interessiert.“

Stefanie Büssing

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